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Sm'Aesch Pfeffingen macht den Supercup superspannend

Paul Ulli 07.10.2017

Volleyball. Beim Supercup 2017 in Fribourg verliert Sm'Aesch Pfeffingen gegen Volero Zürich erst im Tie-Break mit 2:3 Sätzen.

Von Paul Ulli, Fribourg

Fribourg. 0:1 Storck, 0:2 Ball im Aus und 0:3 Block Matter! So in etwa stellte man sich das in den kühnsten Träumen bei Sm'Aesch Pfeffingen im Vorfeld dieses ersten Ernstkampfes vor. Doch es war kein Traum, sondern der realistische Start der Baselbieterinnen in diesen Supercup gegen das seit 185 Spielen auf nationaler Ebene ungeschlagene Team von Volero Zürich.

Und dieses Startfurioso hielt über den ganzen ersten Satz an. Die Mannschaft des brasilianischen Trainers Anderson De Oliveira Rodrigues schien gegen die variablen und guten, von Passeuse Tess von Piekartz eingeleiteten, Angriffe von Sm'Aesch Pfeffingen ziemlich ratlos. Maja Storck, Anu Ennok und  die beiden neuen Angreiferinnen Nicole Walch und Jazmine White bauten den Vorsprung zwischenzeitlich auf fünf Punkte aus (17:12). Es waren dann die stark aufspielende Rosir Calderon Diaz und Laura Unternährer, welche den haushohen Favoriten zwar nochmals bis auf 23:21 heranbrachten, doch nach dem zweiten Satzball durften die Sm'Aesch-Spielerinnen den überraschenden Satzgewinn bejubeln.

 

Calderon powert und punktet

Auch im zweiten Satz liess sich der Underdog aus dem Birstal nicht einschüchtern und hielt das Spielgeschehen nach einer 3:2-Führung bis zum 10:10 ausgeglichen. Doch dann kam der grosse Auftritt von Calderon. Praktisch jeder von Zuspielerin Bojana Zivkovic ausgelöste Angriff lief jetzt über die grossgewachsene Kubanerin und diese liess der Sm'Aesch-Defensive in dieser Phase des Spiels kaum eine Abwehrchance. Das Resultat dieses Calderon-Hochs war klar und deutlich: 25:19 für Volero und Satzausgleich.

Im dritten Satz waren es dann auf Seiten von Sm'Aesch Pfeffingen Storck und Walch die mit ihren teilweise sehenswerten Punkten die Calderon-Festspiele unterbrachen und aus einem 8:9-Rückstand einen 21:15-Vorsprung machten. Zwar bäumte sich Volero nochmals auf, doch Captain von Piekartz verwertete den zweiten Satzball mit einer frechen Finte zur erneuten Satzführung.

Im vierten Satz wogte dieses hochstehende Spiel hin und her. Kein Team lag je mit mehr als zwei Punkten in Front. Es war dann wieder die unwiderstehliche Calderon welche den ersten Satzball beim knappen Spielstand von 24:23 verwertete und ihre Mannschaft damit ins Tie-Break schmetterte.

 

Nervenflattern in der Kurzentscheidung

In diesem fünften Satz machten dann die unerfahrenen Sm'Aesch-Spielerinnen zu viele Eigenfehler und Volero lag schnell mit 7:4 in Führung. Diese Hypothek war dann doch zu gross und das absolut mögliche «Wunder von Fribourg» blieb 63 Jahre nach dem «Wunder von Bern» aus.

Doch trotz dieser knappen und unnötigen Niederlage hat das neuformierte Sm'Aesch Pfeffingen-Team seinen Fans gezeigt, zu was es in dieser Saison fähig sein könnte. «Im Tie-Break fehlte uns dann etwas die Puste, um die Sensation perfekt zu machen. Trotzdem gibt uns dieses Spiel sicher viel Selbstvertrauen. Wir freuen uns auf die Meisterschaft, wo wir auch so powern wollen wie heute.» sagte eine das Lächeln nicht verloren habende Maja Storck. Auch die Holländerin von Piekartz war zufrieden mit der Leistung der Mannschaft: «Wir sind bereit und werden noch mehr solche Spiele zeigen. Schade hat es heute gegen den Topfavoriten nicht ganz gereicht.»

 

Volero Zürich - Sm'Aesch Pfeffingen
3:2 Sätze: 22:25, 25:19, 22:25, 25:23, 15:5
Stade St. Léonhard, Fribourg
1000 Zuschauer
Schiedsrichter: Schürmann/Grieder
Best Player Volero: Rosir Calderon Diaz
Best Player Sm'Aesch Pfeffingen: Nicole Walch

Volero: Zivkovic, Dimitrova, Schottroff, Popovic (Libera), Todorova, Calderon, Unternährer; Lazarenko, Sievänen (Libera), Kornienko, Lengweiler, de Almeida (Bemerkungen: Volero ohne Antonijevic, Milojevic und Lazic (alle überzählig))

Sm'Aesch Pfeffingen: von Piekartz, Walch, Matter, Ennok, Storck, Pogany (Libera), White; Werfeli, Zaugg, Visentin (Libera).