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Hohe Ziele trotz Umbruch

Paul Ulli 06.10.2017

Volleyball. Beim Supercup in Fribourg gegen Double-Gewinner Volero Zürich steht Vize-Meister Sm'Aesch Pfeffingen im Fokus. von Paul Ulli

Aesch. Es sind grosse Fussstapfen welche Sm'Aesch Pfeffingen Neo-Coach Andreas Vollmer und sein Team übernehmen müssen. Der in die deutsche Bundesliga zu den Roten Raben Vilsbiburg gezogene Trainer Timo Lippuner hat in der letzten Saison die bislang grössten Erfolge des im Jahr 2000 gegründeten Vereins feiern können. Doch auch diese beiden Silbermedaillen in Meisterschaft und Cup sind nicht von heute auf morgen erreicht worden. Es war vielmehr ein über zweijähriger Prozess mit einem Team, das sich, auch dank einigen überzeugenden Europacup-Auftritten, immer besser gefunden hat. Die Mischung zwischen jungen talentierten Schweizer Spielerinnen und etwas erfahreneren ausländischen Kräften war letztlich dafür verantwortlich, dass im Birstal gejubelt werden durfte.

Jetzt kommt es zu einem totalen Umbruch. Nicht nur innerhalb der Mannschaft, sondern auch in den Vereinsstrukturen. Eine Aktiengesellschaft mit Sm'Aesch Pfeffingen «Vater» Werner Schmid, Ex-FC Basel-Präsident Bernhard Heusler und Dr. Marc Troxler ist rückwirkend seit dem 1. Juli 2017 für die Organisation rund um den Club zuständig.

Aber auch bei der Mannschaft blieb, wie bei erfolgreichen Teams heut zu Tage üblich, kaum ein Stein auf dem anderen. Neben Lippuner verliessen auch Assistent Agris Leitis, er übernimmt Edelline Köniz als Cheftrainer, und Konditionstrainer Jürgen Schreier den Baselbieter Volleyballclub.

 

Noch vier Spielerinnen sind übrig geblieben

Doch auch der Kader wurde kräftig durchgemischt. Mit Topskorerin Laura Künzler, sie zog es ebenfalls zu den Roten Raben in die Bundesliga, Thays Deprati (Düdingen), Samira Sulser (Franches Montagnes), Alexandra Lorenz, Roxana Wenger und den drei Ausländerinnen Barbara Duarte, Monika Smitalova und Ralitsa Vasileva verliessen gleich sechs Akteurinnen den Verein. Somit müssen die vier Verbliebenen mit ihren neuen Teamkolleginnen die Kohlen aus dem Feuer holen, respektive die hohen Erwartungen und Ziele zu realisieren versuchen. Supertalent Maja Storck (ab dem 8. Oktober ist sie 19 Jahre alt), Nationalmannschaftskollegin Madlaina Matter, die holländische Zuspielerin und Strahlefrau Tess von Piekartz und die 25-jährige Teamseniorin Anu Ennok bilden zusammen mit der neuen deutschen Libera Anna Pogany (23), der US-Amerikanerin Nicole Walch (24), der Kanadierin Jazmine White (24), Livia Zaugg (21) und Elisa Visentin (19) den 10-Frau-Kader mit einem Altersdurchschnitt von gerade mal 22,5 Jahren.

«Ja es stimmt schon. Es ist wirklich das erste Mal in meiner Trainerkarriere, dass ich ein solch schmales Kader zur Verfügung habe, doch dank der Nachwuchs-Akademie stehen mir im Training immer 12 bis 13 Spielerinnen zur Verfügung» sagt Vollmer, der soeben aus Aserbaidschan zurückgekehrt ist, wo er als Assistenztrainer der «Schmetterlinge», so der Kosename der deutschen Volleyball-Nationalmannschaft, die Viertelfinals erreicht hat. Schritt für Schritt «Eine solch neu formierte Mannschaft muss wachsen, wie ein frisch gesetztes Pflänzchen» sagt der neue Head-Coach. Wir sind aber auf gutem Weg. Dies zeigten die Testspiele gegen Topteams wie Stuttgart oder Mulhouse. Da mir in den letzten Wochen alle Spielerinnen zur Verfügung standen, konnten auch die Automatismen verbessert und spezielle Spielzüge geübt werden. Physisch ist das Team in Topform.»

Die Zielsetzung des neuen Trainerstaffs und der Vereinsführung ist realistisch. Man will unter die Top-Vier in der Meisterschaft um in den Playoffs das Heimrecht geniessen zu können. Neben dem heutigen Supercup-Gegner Volero, welches trotz Umbau seiner Mannschaft auf der Stammsechs nominell fast besser besetzt ist als in den Vorjahren, werden Düdingen, Neuchâtel UC und wohl auch Kanti Schaffhausen die härtesten Gegnerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen sein. Doch zuerst will man den Auftritt in Fribourg geniessen, wo man einen Ernstkampf bestreiten kann und danach sicher weiss, zu was das «neue» Sm'Aesch Pfeffingen in Zukunft fähig sein wird.