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Ein erster Schritt in Richtung Meistertitel

Paul Ulli 14.04.2018

Sm'Aesch Pfeffingen gewinnt das erste Finalspiel gegen Volero trotz verlorenem Startsatz sensationell mit 3:1-Sätzen. Von Paul Ulli

Es war schon vor Spielbeginn eine tolle Stimmung in der gut gefüllten Aescher Löhrenackerhalle. Alles war bereit für das erste Playoff Finalspiel um die Schweizer Meisterschaft zwischen dem Aussenseiter Sm'Aesch Pfeffingen und Serienmeister Volero Zürich. Doch das Heimteam begann hypernervös und schenkte dem Gegner durch zum Teil katastrophale Annahmefehler gleich vier Punkte, sodass Head-Coach Andreas Vollmer bereits sein erstes Time-Out nehmen musste, um diverse Sachen zu korrigieren. Und siehe da, aus einem 2:6-Rückstand machten die Gastgeberinnen bei Service Madlaina Matter bis zum ersten technischen Time-Out eine 8:6-Führung. In der Folge waren auch die Zürcherinnen nicht gefeit von Fehlern, vor allem beim Aufschlag. So konnte sich keine der beiden Mannschaften entscheidend absetzen (23:23). Im Endspurt um den Gewinn dieses Startsatzes hatte dann aber der Favorit das Glück auf seiner Seite und holte sich hauchdünn die Satzführung.

 

Auch im zweiten Satz nicht nur auf Augenhöhe

Nach dem kleinen mentalen Dämpfer schüttelten sich die Sm'Aesch-Spielerinnen einmal kurz und legten dann im zweiten Durchgang los wie die Feuerwehr. Anu Ennok, Nicole Walch und Topskorerin Maja Storck liessen in der Startphase mit ihren Angriffen dem Volero-Block kaum Luft zum atmen (10:4 und 12:8). Doch das Champions League erprobte Weltklasse-Team von Trainer Avital Selinger wusste zu reagieren. Und zwar mit einem Spielerwechsel. Für Gaby Schottroff kam die 190 cm grosse Kubanerin Nancy Carillo de la Paz in die Partie und machte gleich die von ihr erwarteten Punkte. Doch die Defensive der Baselbieterinnen konnte schnell auf die neue Situation reagieren und es war vor allem Jazmine White welche den zwischenzeitlichen eingebüssten Vorsprung wiederherstellen konnte (19:13).

Mit weiteren Wechseln, jetzt kamen auch noch Gergana Dimitrova und Angelina Lazarenko ins Spiel, konnte Volero das Spielgeschehen sogar ausgleichen (20:20), aber Sm'Aesch liess sich nicht beirren und trotz des ersten von Walch vergebenen Satzballes war der Satzausgleich einen Ballwechsel später dank der herausragend aufspielenden Matter Tatsache.

 

Ohne Pause weiter mit Power-Volleyball

Dieser Satzgewinn brachte noch mehr Schwung ins Spiel der Gastgeber und beim ersten technischen Time-Out des dritten Satzes leuchtete auf der Anzeigetafel ein 8:6 zu Gunsten von Sm'Aesch Pfeffingen auf. Jetzt wurde die Halle zum Tollhaus und das Heimteam powerte gnadenlos weiter (18:12), liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und brachte den toll erarbeiten Vorsprung locker über die Distanz.

Jetzt lag tatsächlich eine Ueberraschung in der Luft, denn auch beim ersten technischen Time-Out des vierten Satzes lag der Underdog mit 8:6 und wenig später gar mit 11:6 in Front. Und diese euphorische Phase endete auch nicht, als beim ersten und zweiten Matchball ein bisschen die Nerven flatterten. Mit einem Block holte sich Sm'Aesch Pfeffingen dann aber den entscheidenden Punkt und legte in dieser Best-of-Five-Serie mit 1:0-Siegen vor. Die Antwort der jubelnden Storck auf die Frage, ab wann sie an diesen Sieg geglaubt habe, kam knallhart und deutlich:» Natürlich von Beginn an. Wir wollten diesen Sieg und haben alles dafür gegeben.» Weiter geht es mit dieser Finalpoule schon am Mittwoch in Zürich ( Im Birch, 19.30).     

Sm’Aesch Pfeffingen – Volero Zürich  3 :1 Sätze: 23:25, 25:22, 25:18, 25:22 Löhrenacker. – 830 Zuschauer. – SR Rüegg/Wiederkehr

Sm'Aesch Pfeffingen: von Piekartz, Walch, Storck, Matter, Ennok, White, Pogany (Libera); Zaugg, Werfeli, Visentin.

Volero: Antonijevic, Bjelika, Todorova, Unternährer, Lazic, Popovic (Libera), Schottroff; Dimitrova, Lazarenko, Kornienko, Lengweiler, Carillo.