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Ein heroisches Volleyballspiel ohne Happy End für Sm'Aesch

Paul Ulli 25.04.2018

Im zweiten Heimspiel dieser Best-of-Five-Playoff-Finalserie verliert Sm'Aesch Pfeffingen gegen Volero Zürich unglücklich und denkbar knapp mit 1:3-Sätzen und der sich aus der Schweizer-Meisterschaft verabschiedende Verein feiert seinen 13. und damit letzten Meistertitel. Von Paul Ulli

Die Karten waren gemischt. Volero führte vor dem zweiten Heimspiel des Birstal Kombinats mit 2:1-Siegen und brauchte für seinen 13. Schweizer Meistertitel «nur» noch einen Sieg. Doch da standen noch zehn tapfere Sm'Aesch-Pfeffingen-Volleyballerinnen in der proppenvollen Löhrenackerhalle auf dem Feld und wollten dies unbedingt verhindern um am Freitag, dann wieder in Zürich, eine Belle auszutragen und dort versuchen ihrerseits den ersten Titel der Vereinsgeschichte ins Baselbiet holen. Aber im Startsatz schienen die Hände des Heimteams noch etwas zittrig und der Favorit lag dank Punkten von Ex-Sm'Aesch-Angreiferin Mira Todorova und der serbischen Europameisterin Ana Bjelica beim ersten technischen Time-Out mit 8:5 und wenig später gar mit 11:7 in Führung. Doch dass Heimteam liess sich nicht beirren und kämpfte sich mit einer starken Jazmine White und Topskorerin Maja Storck zurück (23:23). Zwei glückliche Punkte mit sogenannten Netzrollern der eingewechselten Angelina Lazarenko beendeten brutal den Traum der Satzführung für Sm'Aesch.

 

Hochspannung auch in der Fortsetzung

Verheissungsvoller dann der Start in den zweiten Satz für die Mannschaft von Head-Coach Andreas Vollmer. Da jetzt auch die US-Amerikanerin Nicole Walch endlich punktete, lagen die von den 1200 Zuschauern frenetisch angefeuerten Baselbieterinnen immer hauchdünn in Front, beim zweiten technischen Time-Out gar mit 16:13. Doch Volero reagierte und für Gergana Dimitrova kam die langjährige RC Cannes-Angreiferin Alexandra Lazic in die Partie und die Zürcherinnen konnten den Spielstand ausgleichen (20:20). Beim Satzball war es dann White, welche den Ball gnadenlos ins Feld der in dieser Phase chancenlosen Gäste hämmerte.

Nach diesem Satzausgleich nahm der Favorit das Heft wieder in die Hand und provozierte bei Sm'Aesch einige Eigenfehler (Walch) was sich resultatmässig sofort niederschlug (3:8). Aber auch in diesen schwierigen Momenten liessen sich Capitaine Tess von Piekartz und ihre Teamkolleginnen nicht unterkriegen und die Hoffnung auf einen weiteren Satzgewinn lebte weiter (18:18). Die Dramatik war in der Folge kaum mehr zu überbieten, denn nach Satzball Sm'Aesch beim Spielstand von 26:25, verwerteten die Gäste den siebten zu ihren Gunsten zum 28:30.

Sm'Aesch noch mehr unter Druck

Nach diesem Satzverlust waren die Gastgeberinnen noch mehr gefordert, denn Volero brauchte jetzt nur noch einen Satzgewinn um den Titel feiern zu können. Und es begann gut in Durchgang Vier für den Underdog. 6:3 lag man in Front, als der Faden riss und Volero ohne grosse Mühe die Weichen in Richtung Meisterschaft stellte (8:13). Und wieder begeisterten Mittelangreiferin Madlaina Matter und die fliegende Libera Anna Pogany ihre Fans und glichen das Geschehen resultatmässig wieder aus (19:19). Doch am Schluss hatte der Champions League erprobte Gegner den etwas längerem Atem und holte sich den Sieg mit dem dritten Matchball. Doch Sieger der Herzen waren eindeutig die Sm'Aesch-Spielerinnen die vom Publikum bei der Siegerehrung wie Heldinnen gefeiert wurden.     

Sm'Aesch Pfeffingen – Volero Zürich 1 :3 Sätze: 23:25, 25:23, 28:30, 23:25 Löhrenacker. – 1200 Zuschauer (Rekord für Meisterschaftsspiele). – Stanisic/Nellen

Sm'Aesch Pfeffingen: von Piekartz, Matter, Walch, Storck, Ennok, White, Pogany (Libera); Zaugg, Werfeli, Visentin.

Volero: Antonijevic. Beljica, Todorova, Unternährer, Schottroff, Popovic (Libera), Lasic; Carillo, Kornijenko, Lazarenko, Almeida, Dimitrova.