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Sm'Aesch Pfeffingen weiter ohne Pokal Volleyball

Paul Ulli 07.10.2018

Sm'Aesch Pfeffingen kann den hohen Erwartungen nicht gerecht werden und verliert den Supercup gegen Neuchâtel UC überraschend mit 1:3-Sätzen. Von Paul Ulli

Gümligen. Beide Teams starteten sehr verhalten in diesen ersten Ernstkampf der Saison. Service- und Annahmefehler bestimmten das Geschehen, sodass das Resultat bis zum 10:10 jeweils ausgeglichen war. Es waren dann die Neuenburgerinnen welche schneller in die Spur fanden und dank einigen schönen Punkten von Martenne Bettendorf und Topscorerin Tia Scambray mit 15:11 in Führung gehen konnten. Der für den mit der deutschen Frauen Nationalmannschaft an der Weltmeisterschaft in Japan weilenden Head-Coach Andreas Vollmer das Coaching übernehmende Sm'Aesch Pfeffingen Assistenztrainer Riccardo Boieri nahm umgehend ein Time-Out. Danach spielten die Baselbieterinnen wie verwandelt und nachdem in der Anfangsphase hauptsächlich Livia Zaugg punktete, taten es ihr jetzt Dora Grozer und Jessica Ventura gleich, sodass nach dem Vierpunkte- Rückstand ein knapper Vorsprung herausgespielt werden konnte (21:20). Jetzt war auch die Defensivabteilung mit Capitaine Madlaina Matter und Gabi Schottroff am Block und der neuen Libera Kristen Tupac hellwach und der erste Satzball lag für den Favoriten bereit. Zwar wurde dieser noch vergeben, doch wenig später war es Zaugg, die mit ihrem erfolgreichen Angriff die Sm'Aesch-Fans jubeln liess.

 

Ein richtiger Cupfight mit Vorteil NUC

Der zweite Satz verlief dann ähnlich wie der Startsatz. Mit dem kleinen Unterschied, dass Sm'Aesch nach ausgeglichenem Beginn mit 17:13 in Führung gehen konnte. Doch die Neuenburgerinnen liessen sich nicht beirren und konterten mit fünf Punkten in Folge. Wenig später aber lag Sm'Aesch erneut mit 22:20 voraus. Jetzt schien der zweite Satzgewinn in Griffnähe, doch zwei Annahmefehler und ein Grozer-Angriff ins Aus, bescherten der Mannschaft von Cheftrainer Lauren Bertolacci den nicht mehr erwarteten Satzausgleich. Diese völlig unnötigen Fehler hallten auch nach der der kurzen Pause noch nach und NUC konnte sich rasch einen 5:1-Vorsprung herausspielen. Jetzt ging beim Birstal Kombinat plötzlich nichts mehr und die Fehlerquote stieg bei allen Akteurinnen an (6:12). Diese Hypothek wog für den Rest dieses Durchgangs zu schwer und Kyra Holt sorgte mit ihren wuchtigen Angriffen für die überraschende, aber auf Grund des Spielverlaufs sicher nicht unverdiente 2:1-Führung nach Sätzen für den Aussenseiter.

 

Ein Geschenk nach dem anderen

Die jetzt vom engagierten Publikum erwartete Reaktion der Baselbieterinnen blieb aber weitgehend aus. Der Faden ging vollends verloren. Mit vielen Geschenken brachte das Team um die noch nicht überzeugende Passeuse Taylor Tashima ihren Gegner immer mehr auf die Siegerstrasse. Auch eine Aufholjagd zum 13:13 und später zum 17:17 nach einem Vierpunkte-Rückstand brachte nicht die nötige Ruhe ins Spiel. Die Fehlerquote in der Annahme, vor allem bei der Deutschen Dora Grozer, blieb hoch und in der Mitte ging beim Duo Matter/Schottroff praktisch gar nichts mehr. So lautete das bittere, aber klare Verdikt 1:3 nach Sätzern für Neuchâtel UC, sodass Sm'Aesch Pfeffingen weiter auf den ersten Titel warten muss. Dementsprechend war auch die Stimmung nach der Medaillenübergabe bei den Spielerinnen. Capitaine Matter war den Tränen nahe, Grozer stinksauer und auch beim Rest des Teams war das Lächeln ganz verschwunden. Einzig Sm'Aesch-Präsident Werner Schmid fand deutliche Worte: «Mit einer solchen Leistung kann man kein Spiel gewinnen. Viel zu fehlerhaft und zu langsam im Spielaufbau und in der Abwehr gedanklich nicht auf der Höhe.»

Hauptaufgabe für Assistent Boieri in der kommenden Woche wird sein, das Team wieder aufzubauen und die Fehlerquote drastisch zu senken, denn sonst könnte es beim Meisterschaftsstart in der Löhrenackerhalle vom kommenden Sonntag gegen Volley Düdingen (17.00) nochmals eine böse Ueberraschung absetzen.   

Sm’Aesch Pfeffingen – Neuchâtel UC  1 :3 Sätze: 25:22, 22:25, 20:25, 20:25 Mobiliar Arena Gümligen. – 1200 Zuschauer. – SR Grellier/Hefti

Sm'Aesch Pfeffingen: Zaugg, Schottroff, Matter, Grozer, Ventura, Tashima, Tupac (Libera); Schwörer, Werfeli, Saladin (Libera), Maeder.

Neuchâtel UC: Halter, Holt, Dalliard (Libera), S. Trösch, Girard, Scambray, Bettendorf; Suriano, Petitat, Wigger (Libera), C. Trösch, Lengweiler.

Bemerkungen: Sm'Aesch Pfeffingen ohne Fabien (verletzt).

Als beste Spielerinnen ausgezeichnet wurden Jessica Ventura (Sm’Aesch) und Kyra Holt (NUC).