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Europacup: Sm'Aesch Pfeffingen zahlt Lehrgeld

Paul Ulli 28.11.2018

Sm'Aesch Pfeffingen verliert das 1/16-Final-Auswärtsspiel gegen Oudegem (Belgien) mit 1:3-Sätzen. Von Paul Ulli

Ein Platz im Flieger nach Brüssel blieb am Dienstagnachmittag leer. Nämlich der von Sm'Aesch Pfeffingen-Passeuse Taylor Tashima. Nach einer ärztlichen Untersuchung wegen ihrer Hirnerschütterung wurde der US-Amerikanerin eine mindestens einwöchige Pause verordnet. So musste in der St. Gillis-Volleyballhalle in Dendermonde die erst 16-jährige Annalea Maeder, wie schon im Heimspiel vom vergangenen Sonntag gegen Cheseaux, in die Bresche springen.

In der heimischen Löhrenackerhalle machte die im wahrsten Sinne des Wortes ins kalte Wasser geworfene Schülerin ihre Sache trotz grosser Nervosität aber sehr gut und holte mit ihren Teamkolleginnen trotz einiger Anfangsschwierigkeiten die budgetierten drei Punkte. Dass aber nur drei Tage später ihr erster Europacup-Einsatz anstand, hätte die Fribourgerin nie zu träumen gewagt. Entsprechend war auch der Puls wenige Minuten vor Beginn der Partie in Belgien nochmals angestiegen. «Ich habe erst wenige Trainings als Hauptzuspielerin in den Beinen. Es klappen logischerweise noch nicht alle Automatismen.» sagte eine nervöse Maeder kurz vor Spielbeginn.

Ausgeglichener Startsatz

Im ersten Satz begegneten sich die beiden Teams auf Augenhöhe und der resultatmässige Unterschied betrug auf beiden Seiten nie mehr als drei Punkte. Erst in der Schlussphase konnten die Belgier von der fehlerhaften Annahme und anderen «Gastgeschenken» profitieren und auf 20:15 davonziehen. Trotz einem nochmaligen Herankommen auf zwei Punkte ging der erste Satz an die Heimmannschaft.

Der Beginn des zweiten Satzes muss für Sm'Aesch-Head-Coach ein Grauen gewesen sein. Beim Spielstand von 5:0 für Oudegem, alle Punkte für den Gegner durch Eigenfehler, nahm der Deutsche sein erstes Time-Out. Gebracht hat es überhaupt nichts. Vier Bälle später lagen die völlig desorientierten Baselbieterinnen hoffnungslos mit 9:0 zurück. In der Folge wurden die Gäste richtiggehend vorgeführt. Gar nichts passte zusammen. Weder im Angriff, wo die erst 16-jährige Passeuse Annalea Maeder einen schweren Stand hatte, noch in der Block- und Defensivarbeit.

Auch die sonst zuverlässigen Punktesammlerinnen Dora Grozer und Jessica Ventura agierten zu zögerlich und mit wenig Selbstvertrauen. Doch zu diesem Zeitpunkt betrug das Durchschnittsalter der Gäste auf dem Platz gerade mal 20,1 Jahre mit praktisch Null Erfahrung und das ist auf internationalem Parkett schlicht zu wenig. Das Verdikt war auf der Resultattafel deutlich zu lesen: 25:20, 25:17 und 2:0-Satzführung für Oudegem. Und als ob es mit dem Verletzungspech bei Sm'Aesch Pfeffingen nicht schon genug des Schlechten wäre, musste zu Beginn des dritten Satzes auch noch Gabi Schottroff das Feld mit Schmerzen verlassen.

Endlich ein Sm’Aesch-Ausrufezeichen  

Doch diese erneute Verletzung weckte offensichtlich den Kampfgeist beim Team um Capitaine Madlaina Matter, denn dank einer eklatanten Steigerung des Kollektivs lag man plötzlich mit sechs Punkten in Führung (18:12) und brachte diese, wenn auch knapp zum Satzgewinn ins Ziel. Im vierten Durchgang, jetzt zum Glück wieder mit Mittelblockerin Schottroff, sah es lange danach aus als hätten die jungen Schweizerinnen den Faden gefunden (12:13). Doch wie von Geisterhand kamen alle Unzulänglichkeiten auf einen Schlag zurück und die Gastgeberinnen machten in der Folge kurzen Prozess und holten sich den 3:1-Sieg.

Es ist sicherlich kein unmögliches Unterfangen im Rückspiel vom kommenden Mittwoch in der St.Jakobshalle (20.00) mit einem 3-Punkte-Sieg einen Golden Set zu erzwingen, aber bis dahin müssen die eindeutig zu vielen Fehler ausgemerzt werden.

VC Oudegem – Sm'Aesch Pfeffingen 3 : 1 Sätze: 25:20, 25:17, 25:27, 25:15 Sporthal St. Gillis Dendermonde. – 350 Zuschauer. – SR Hepp (L)/Gaupp (NO)

Oudegem: Van Sas, Vandendriessche, Vanassche, Cianci, Kindt, Daniels, Dewilde (Libera); Nagels, Vleminkckx, Laguasto, Grottum,Gajdosova.

Sm'Aesch Pfeffingen: Grozer, Matter, Tupac (Libera), Schottroff, Ventura, Maeder, Zaugg; Werfeli, Schwörer, Saladin. Bemerkungen: Sm'Aesch ohne Fabien (verletzt) und Tashima (rekonvaleszent).