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NLA: Sm'Aesch Pfeffingen - FC Luzern: 3:0 (25:19, 25:15, 27:25)

Paul Ulli und Thomas Wirz 28.01.2015

Für Sm'Aesch Pfeffingen nimmt der Playoff-Zug wieder Fahrt auf
Von Paul Ulli
Sm'Aesch Pfeffingen schlägt im Nachtragsspiel der Nationalliga A den FC Luzern mit 3:0-Sätzen.
Wenn es in dieser Partie um das Gesetz der Serie gegangen wäre, dann hätte Sm'Aesch Pfeffingen die drei dringend benötigten Punkte schon vor dem ersten Ballwechsel sicher im Sack gehabt. Das Team von Coach Timo Lippuner hatte nämlich in den letzten Spielen immer einmal gewonnen, dann wieder verloren. Und da die Baselbieterinnen zuletzt gegen Franches Montagnes untergingen, wäre wieder ein Sieg logisch gewesen. Dass das Unterfangen Sieg gegen den FC Luzern aber nicht so einfach zu realisieren sein würde, hatte Sm'Aesch Pfeffingen bei der bitteren 2:3- Cupniederlage vor zehn Tagen in der Innerschweiz erfahren müssen.
Und genau ihre Inkonstanz wäre den Favoritinnen im Startsatz beinahe zum Verhängnis geworden. Eine Dreipunkte-Führung verkam jeweils postwendend zu einem Rückstand, ehe sich beim Spielstand von 19:19 –in der Zwischenzeit mit Routinière Laura Tschopp für die Kroatin Lucija Mlinar im Angriff – die sichtlich zur alten Form zurückfindende Gergana Dimitrova ein Herz fasste und die von Passeuse Jovana Gogic gut eingeleiteten Angriffe konsequent und erfolgreich abschloss. Mit dieser Satzführung im Rücken wurde das Spiel der Gastgeberinnen sichtlich ruhiger und überzeugter. Mit einer starken Capitaine Kerley Becker am Block und einer weiterhin sicher punktenden Dimitrova gaben die Einheimischen die erspielte Führung (14:8) nicht mehr aus den Händen und gingen mit 2:0-Sätzen in die Pause. Vor allem im Service glänzten die Sm'Aesch Pfeffingen-Volleyballerinnen. So gelangen Gogic und Mira Todorova (2) gleich drei astreine Asse.
Etwas harzig war dann der Start in den dritten Durchgang, als die kämpferischen Luzernerinnen beim ersten technischen Time-Out mit 8:3 vorne lagen. Es brauchte schon eine Vierer-Aufschlagserie von Tschopp um wieder heranzukommen. Die immer stärker aufspielende Todorova (13 Skorerpunkte) und die mit 20 Winnerpunkten klar effizienteste Angreiferin Dimitrova machten dann den Sack in einer Kurzverlängerung definitiv zu. Damit setzte sich das Gesetz der Serie durch. Für die Birstalerinnen ist jetzt zu hoffen, dass die Serie am Wochenende in den beiden Heimspielen gegen Kanti Schaffhausen und Düdingen (jeweils 17 Uhr, Löhrenacker) reisst und nach zwei weiteren Siegen der Einzug in die Playoffs gefeiert werden kann. Kurzkommentar von Trainer Lippuner: «Abgerechnet wird am Sonntagabend!»

Den Playoffs näher gekommen
Von Thomas Wirz
Ein Pass von Jovana Gogic auf Laura Künzler, die in den gegnerischen Block schlägt, von wo der Ball ins Seiten­aus fliegt. Die Volleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen verwandeln so ihren dritten Matchball zum 27:25 im dritten Satz und liegen sich nach dem glatten 3:0-Erfolg (25:19, 25:15, 27:25) über den FC Luzern in den Armen.
Die Erleichterung über den Dreipunktesieg ist auch deshalb so gross, weil der Erfolg gegen den Liga-Zweitletzten die Birstalerinnen auf Tabellenrang fünf bringt und sie wieder auf einem Playoffplatz stehen. Sie liegen drei Runden vor dem Abschluss der Qualifikationsphase jetzt zwei Punkte vor den direkten Konkurrentinnen Düdingen und Kanti Schaffhausen, wobei die Freiburgerinnen allerdings ein Spiel weniger ausgetragen haben.
Bis der auf dem Papier klare Sieg feststand, musste die Equipe von Headcoach Timo Lippuner aber in zwei von drei Durchgängen alles geben. Im ersten Abschnitt sah es zunächst nämlich gar nicht nach einem diskussionslosen Heimerfolg aus. Der mit vier Ausländerinnen angetretene Gast, der nach dem 0:3 in der Hinrunde Sm'Aesch Pfeffingen zuletzt im Cup-Viertelfinal eine bittere Niederlage zufügte, lag bis zum zweiten Technischen Time-out in Führung. Es brauchte eine glänzend disponierte Gergana Dimitrova (acht Punkte in Satz eins), um die zu Beginn hypernervösen Gastgeberinnen im Spiel zu halten und dann in Führung zu bringen. Mit 25:19 gewannen sie den psychologisch so wichtigen Startdurchgang letztlich eine Spur zu klar.
Der zweite Akt gefiel den knapp 200 Zuschauern schon wesentlich besser. Das Heimteam war nun klar tonangebend und entschied den Durchgang auch dank dem gestern starken Trio Dimitrova, Kerley Becker und Mira Todorova mit 25:15 sehr deutlich für sich.
Wer nun geglaubt hatte, die Partie sei schon entschieden, sah sich getäuscht. Die Luzernerinnen starteten nach dem Pausentee wie die Feuerwehr und lagen gleich mit 6:2 und 8:3 voran. Eine Serviceserie von Laura Tschopp brachte Sm'Aesch Pfeffingen in den Satz zurück und beim Stand von 21:17 schien die Sache schon so gut wie entschieden. Der FC Luzern glich zum 23:23 jedoch nochmals aus, ehe der dritte Matchball der richtige war und die drei unbedingt nötigen Punkte im Trockenen waren.
Nun gegen Kanti
Glücklichste Sm'Aesch Pfeffingen-Akteurin war nach dem Schlusspfiff Gergana Dimitrova. Die 18-jährige Bulgarin vergoss gar einige Freudentränen und meinte sichtlich erlöst: «Nach meinen zuletzt etwas schwächeren Auftritten war ich heute geladen und hochmotiviert. Auch weil wir unbedingt drei Punkte holen mussten und es ein wichtiges Spiel war, war es vielleicht meine beste Leistung in dieser Saison.»
Zufrieden und sichtlich gelöst zeigte sich auch Trainer Lippuner: «Wir sind jetzt wieder vor Kanti und Düdingen und haben vor den Direktbegegnungen am Wochenende so sicher einen psychologischen Vorteil. Aber es braucht am Samstag gegen Schaffhausen nochmals einen starken Auftritt, um mit einem Sieg den Playoffs ganz nah zu kommen.» Holt das Birstaler Kombinat in der Doppelrunde insgesamt drei Punkte, hätte es in der Tat sehr gute Karten, in die Finalrunde einzuziehen.