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NLA: Sm'Aesch Pfeffingen-Volley Köniz: 1:3 (16:25, 13:25, 25:17, 16:25)

Thomas Wirz 05.03.2015

Rangliste:  http://www.volleyball.ch/?ranking_1103_8318

Sm'Aesch Pfeffinger Höhenflug gebremst
Von Thomas Wirz
Der Spitzenkampf zwischen dem Dritten und dem Zweiten der Nationalliga-A-Finalrunde hielt nicht ganz, was man sich von ihm versprochen hatte. Volley Köniz, hinter dem nationalen Überteam Volero Zürich seit Längerem die nationale Nummer zwei, war auch im dritten Saisonvergleich mit Sm'Aesch Pfeffingen zu stark für die Baselbieterinnen. Das mit acht Ausländerinnen bestückte Berner Team setzte sich nach den klaren Vorrundenerfolgen (3:1 und 3:0) auch gestern mit 3:1 (25:16, 25:13, 17:25, 25:16) mehr oder weniger sicher durch und beendete damit die stolze Serie von fünf aufeinanderfolgenden Aescher Heimsiegen.
Dass das Birstaler Kombinat den klar favorisierten Gast in der fünften Finalrundenpartie nur vorübergehend im vierten Satz in Bedrängnis bringen konnte, war angesichts der widrigen Umstände aber nicht besonders erstaunlich. Nach der Grippeepidemie, die in den letzten Tagen das halbe Sm'Aesch Pfeffingen befallen hatte, fehlte mit Lucija Mlinar eine der vier Ausländerinnen und wirkten andere Teamstützen nicht gerade spritzig. Insbesondere die beiden Hauptangreiferinnen Gergana Dimitrova und Laura Künzler kamen nur sehr schwer in die Gänge, wobei das allerdings auch am hoch stehenden Köniz-Block lag.
Zu spät erwacht
Im von der Heimmannschaft komplett verschlafenen ersten Abschnitt machte das Sm'Aesch Pfeffingen-Angriffsduo gerade mal zwei Punkte, sodass Köniz ohne namhafte Gegenwehr zur 1:0-Satzführung kam. Wer in Durchgang zwei eine energische Reaktion seitens der Equipe von Headcoach Timo Lippuner erwartete, sah sich getäuscht. Der Vorrundenzweite blieb auch dank der sehr starken Venezolanerin Roslandy Acosta die klar tonangebende Mannschaft. Salz in die Suppe kam erst nach dem Pausentee. Nachdem der zuvor chancenlose Tabellendritte aus einem 6:8 fast aus dem Nichts ein 14:10 gemacht hatte, war er gegenüber den ersten beiden Sätzen nicht mehr wiederzuerkennen. Die beiden Juniorinnen Künzler (18-jährig) und Maja Storck (16) machten jetzt plötzlich Punkt um Punkt und auch Captain Kerley Becker steigerte sich merklich. Der 25:17-Satzgewinn war verdienter Lohn für die merkliche Leistungssteigerung. Diese hielt jedoch nur bis zur 5:4-Führung im vierten Durchgang an. Der Faden riss so plötzlich, wie er vorher gefunden worden war: Von den nächsten 13 Punkten machte Sm'Aesch Pfeffingen nur einen, womit das nie hochklassige Spiel beim Stand von 6:16 aus Sicht der Heimequipe so gut wie entschieden war.
«Wir waren heute vor allem zu Beginn nicht aggressiv genug. Zwei Sätze lang hatten wir zu viel Respekt vor der nationalen Topequipe Köniz. Dass viel mehr möglich gewesen wäre, zeigte sich ja in Satz drei», war Captain Becker nach dem verlorenen Spitzenkampf selbstkritisch. Noch deutlicher äusserte sich Übungsleiter Lippuner: «Gegen Franches-Montagnes letzten Samstag wollten wir unbedingt gewinnen. Dieser Wille hat mir heute gefehlt. Aber das junge Team ist mental noch nicht so weit, um eine so erfahrene Equipe wie Köniz dominieren zu können.»
Der Finalrunden-Spielplan will es, dass sich die beiden Teams bereits am Sonntag erneut gegenüberstehen werden. Derweil die Bernerinnen mit einem vierten Saisonsieg über Sm'Aesch Pfeffingen mit einem Bein wohl bereits im x-ten Playoff-Final gegen Volero stehen würden, wird es für Lippuners Equipe vor allem darum gehen, mit einem eventuellen Punktgewinn die bisher gute Ausgangslage für den angestrebten Platz im kleinen Meisterschaftsfinal zu konsolidieren.