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Hapoel KFAR SABA - Sm'Aesch Pfeffingen: 2:3 (20:25; 21:25; 26:24; 25:11; 10:15)

Paul Ulli und Thomas Wirz 21.01.2016

Sm'Aesch Pfeffingen auf der Ziellinie ausgebremst.
Im Hinspiel des 1/8-Final des CEV Challenge Cup wird Sm'Aesch Pfeffingen einen Punkt vor einem klaren 3:0-Sieg bei Hapoel Kfar Saba regelrecht verschaukelt.
Von Paul Ulli, Tel Aviv
Nach den bisherigen erfolgreichen Europa-Cup-Auftritten gegen Naturhouse Ciudad de Logrono (Spanien) und Hämeenlinna (Finnland) mussten die Volleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen am Donnerstagabend gegen Kfar Saba antreten. Auch eine total fast 12-stündige beschwerliche Reise nach Israel konnte die vor Selbstvertrauen nur so strotzenden Baselbieterinnen nicht stoppen. Nach zwei Trainings vor Ort und einer Videoanalyse des Gegners, startete das Team von Head-Coach Timo Lippuner mit viel Schwung in diese Partie.
Nach anfänglichem beidseitigem Abtasten, mit einigen Eigenfehlern, übernahmen die Gäste immer mehr das Zepter und lagen beim zweiten technischen Timeout mit 16:13 in Front und gaben diesen Vorsprung bis zum Ende des ersten Satzes nicht mehr ab. Für diesen wichtigen Satzgewinn zeichneten in dieser Phase vor allem die stark aufspielenden Jekatarina Stepanova (8 Punkte) und die sprungstarke Anu Ennok mit 6 Winnern verantwortlich.
Im zweiten Durchgang steigerte sich das Heimteam unter der Regie ihrer japanischen Passeuse Satsuki Minami und der nur 170 cm grossen Angreiferin Anastasiya Shebotarov und lag nach ausgeglichenem Beginn mit 13:10 und 19:17 vorne. Doch die Baselbieterinnen liessen sich nicht aus der Ruhe bringen. Mit Capitaine Kerley Becker beim Service und ihrer fünf Punkte in Folge machenden brasilianischen Landsfrau Barbara Duarte drehte Sm'Aesch Pfeffingen diesen Satz noch zu seinen Gunsten.
Die Ereignisse überstürzen sich
Mit dieser 2:0-Satzführung auf des Gegners Platz lag das Momentum ganz klar beim vermeintlichen Aussenseiter. Mit einer aufmerksamen Libera Thays Deprati und der von Zuspielerin Rosane Maggione in dieser Phase vermehrt in Szene gesetzten Maja Storck lag das Birstal-Kombinat schnell mit 15:8 in Führung.
Doch jetzt griffen die beiden Schiedsrichter und die vier einheimischen Linienrichter in skandalöser Art und Weise ins Spielgeschehen ein. Praktisch jeder Ball wurde zu Ungunsten der Schweizerinnen gegeben. Und als Tüpfelchen aufs i wurde der klar im Feld gelandete Matchball von Stepanova beim Spielstand von 25:24 vom Linesman out gegeben. Dieser nicht wirkliche sportliche Akt brach die Moral der noch jungen Sm'Aesch Pfeffingen-Spielerinnen und die Israelitinnen holten sich den dritten Satz und glichen anschliessend gegen einen nun völlig demoralisierten Gegner satzmässig aus.
Erst auf das nun nötig gewordene Tie-Break konnte Trainer Lippuner seine Spielerinnen wieder beruhigen und diese holten sich die bei diesem Spielstand noch zu gewinnenden zwei Punkte mit einer richtigen Wut im Bauch. "Das war ein absoluter Skandal. Aber mit diesem letztlich noch knappen Sieg, stehen unsere Chancen für ein Weiterkommen sicher nicht schlecht." sagte ein ziemlich saurer Lippuner nach der Partie.

Sm'Aesch Pfeffingen gewinnt wieder in extremis
Die Birstalerinnen gewinnen in Israel 3:2 und zeigen grosse Moral
Von Thomas Wirz
Kfar Saba. Vierter Sieg im fünften Spiel der Europacup-Kampagne 2015/2016: Die Volleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen zeigten im Hinspiel des Challenge Cup-Achtelfinals bei Israels Meister Hapoel Kfar Saba einen wiederum starken Auftritt und setzten sich nach einer nervenaufreibenden Partie mit 3:2 (25:20, 25:21, 24:26, 11:25, 15:11) verdientermassen durch. Damit haben sie sich eine ausgezeichnete Ausgangslage verschafft für das am nächsten Mittwoch stattfindende Rückspiel vor eigenem Publikum.
Vor 450 lautstark mitgehenden Fans brauchte es im Vorort von Tel Aviv eine wahrhaft reife Leistung der Birstalerinnen, ehe nach zweieinhalb Stunden und nach einem emotionalen Auf und Ab der Auswärtssieg in trockenen Tüchern war. Bis es so weit war, brauchte es aber wie zuletzt beim Auswärtserfolg in Finnland starke Nerven und einiges an Abgeklärtheit. Was nämlich fast drei Sätze nach einer klaren Angelegenheit für die Gastmannschaft ausgesehen hatte, wurde zum Schluss doch noch zu einer engen Sache. Dies vor allem deshalb, weil sie in Durchgang drei wegen einigem Pech zwei Matchbälle nicht zu nutzen wusste. Beim zweiten Matchball, beim Stand von 24:23, wurde ein auf der Linie gelandeter Smash von Jekaterina Stepanova vom Linienrichter out gegeben, worauf Kvar Saba den Satz noch gewann und dann als eigentliche Stimmungsmannschaft prompt auch den vierten Abschnitt für sich entschied.
Was Sm'Aesch Pfeffingen anschliessend im Tie-Break zeigte, war angesichts des eher widrigen Spielverlaufs grosse Klasse. Das in dieser Saison in Kurzentscheidungen noch unbezwungene Team legte vorerst auf 8:5 vor und liess sich jetzt auch nicht mehr dadurch irritieren, dass die stärkste israelische Frauenequipe aus dem Rückstand einen 9:8-Vorsprung machte. Eine starke Serviceserie von Anu Ennok und drei Punkte der gestern glänzend disponierten Barbara Duarte brachten die endgültige Entscheidung zum 15:11 im fünften Satz.
"Ich bin glücklich, dass wir das Ding doch noch nach Hause geschaukelt haben. Drei Sätze lang hat bei uns sehr viel gestimmt, dann kamen einige höchst seltsame und fast immer gegen uns gerichtete Regelauslegungen. Schade, dass im vierten Durchgang deshalb der Faden völlig riss. Zum Schluss hat mein Team aber wiederum Moral gezeigt und verdient gewonnen", brachte es Sm'Aesch Pfeffingen -Headcoach Timo Lippuner nach Spielschluss sichtlich erleichtert auf den Punkt.
Kaum Erholungszeit
Zeit, sich von der erfolgreichen Dienstreise in den Nahen Osten zu erholen, werden die Sm’Aesch-Spielerinnen jedoch keine haben. Der nationale Spielplan will es, dass sie bereits morgen Nachmittag, keine 20 Stunden nach der heutigen Rückkehr in die Schweiz, zum NLA-Spitzenkampf bei Volley Düdingen antreten müssen. Eine Spielverschiebung des Duells zwischen dem Tabellenzweiten und Dritten wurde deshalb nicht näher in Betracht gezogen, weil für Sm’Aesch in den nächsten Wochen mit der Dreifachbelastung durch Meisterschaft, Europacup und U23-Finalrunde freie Termine gar nicht mehr verfügbar sind.