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NLA: Hôtel Cristal VFM-Sm'Aesch Pfeffingen 2:3 (25:17, 20:25, 23:25, 25:23, 13:15)

Paul Ulli und Thomas Wirz 24.03.2016

Aktuelle Rangliste: http://www.volleyball.ch/?ranking_1282_9110

Der Champagner kann kaltgestellt werden
Dank einem hartumkämpften 3:2-Sieg über Franches Montagnes ist Sm'Aesch Pfeffingen die Playoff-Finalteilnahme praktisch nicht mehr zu nehmen.
Von Paul Ulli.
In der Tabelle der Finalrunde war es für die Volleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen nur noch ein relativ kleiner Schritt, um in den Playoff-Final gegen Volero Zürich einziehen zu können. Im Vorfeld dieses Spiels gegen Angstgegner Franches Montagnes in der neuen Halle Forum BIWI in Rossemaison waren aus den noch zu spielenden drei Partien fünf Punkte gefordert. Doch dass solch tolle Aussichten und Träume auch lähmen können, bewies Sm'Aesch Pfeffingen nicht nur in diesem Startsatz. Was sich spätestens beim 11:16-Rückstand beim zweiten technischen Time-Out abzeichnete, war nur wenige Minuten später brutale Realität. Der erste Satz ging mit 25:17 klar an die Gastgeberinnen, welche sich in der neuen Spielhalle vor allem mit den speziellen Lichtverhältnissen besser anfreunden konnten und die Servicefehler den Baselbieterinnen überliessen. Doch das junge und in den letzten Spielen stark aufspielende Team von Sm'Aesch Pfeffingen-Head-Coach Timo Lippuner hatte wie schon so oft in dieser bislang sehr erfolgreichen Saison eine Antwort parat. Im zweiten Satz lagen die Gäste mit einer im Angriff überzeugenden Laura Künzler schon früh mit einigen Punkten in Front und holten sich den psychologisch eminent wichtigen Satzausgleich ebenfalls deutlich mit 25:20. Im dritten Durchgang blieb das Skore jeweils eng und das Heimteam kam nach einem 18:22-Rückstand nochmals bis auf 23:24 heran, doch Sm'Aesch Pfeffingen verwertete den ersten Satzball kaltschnäuzig und sicherte sich damit schon früh einen Punktgewinn. Doch die Gastgeberinnen mit der starken Argentinierin Fernandez kämpften aufopferungsvoll und retteten sich trotz eines 22:23-Rückstandes mit drei Punkten in Folge ins Tie-Break. In diesem wogte diese emotionale Partie hin und her und VFM lag scheinbar entscheidend mit 12:10 voraus. Doch wieder bewiesen die Spielerinnen um Sm'Aesch Pfeffingen-Capitaine Kerley Becker Nervenstärke und brachten nach einer Serviceserie von Anu Ennok und zwei guten Blocks den ersten Matchball beim Spielstand von 14:13 im Feld unter.
"Ich habe den Spielerinnen immer wieder gesagt, dass wir den angepeilten zweiten Platz und damit die Finalteilnahme in drei Schritten erreichen wollen. Doch ich kann es dem doch noch sehr jungen Team nicht verdenken, wenn es das Ziel mit einem einzigen grossen Schritt erreichen wollte. Nach dem unnötig verlorenen vierten Satz wäre es in der Kurzentscheidung beinahe noch schief gelaufen. Doch es ist gut ausgegangen und ein Punktgewinn gegen Köniz reicht jetzt aus um definitiv feiern zu können", sagte ein ziemlich geschaffter Lippuner nach dem Spiel.

Die Nerven und den Rivalen besiegt
Sm'Aesch Pfeffingen kann am Samstag gegen Köniz alles klar machen
Von Thomas Wirz
Rossemaison. Aussenangreiferin Elise Boillat steigt hoch, schlägt auf den Ball, der von Barbara Duarte aber geblockt wird und zurück in die Spielhälfte von Franches-Montagnes fällt. Es ist nach einem über zweistündigen emotionalen Auf und Ab der Matchball zum 15:13 im fünften Satz und 3:2-Sieg von Sm'Aesch Pfeffingen im Finalrunden-Spitzenkampf. Der harterkämpfte, aber letztlich wohlverdiente Auswärtserfolg in der neuen Sportarena von Rossemaison bedeutet für die Birstalerinnen, dass ihnen Finalrunden-Rang zwei und damit der Einzug in den Playoff-Final gegen Volero Zürich kaum mehr zu nehmen ist. Ein Punkt im morgigen Heimspiel (17.00, Löhrenacker) gegen Köniz genügt ihnen nämlich zum auch rechnerischen Finaleinzug, falls Mitkonkurrent Düdingen nicht gleichzeitig das fast Unmögliche eines Dreipunktesieges bei Volero schafft.
Ungewohntes Nervenflattern
Bis der dritte Sieg im vierten Saisonduell mit dem jurassischen Spitzenteam aber feststand, brauchte es beim mitgereisten lautstarken Sm'Aesch Pfeffingen-Anhang aber Geduld und Nerven. Die Spielerinnen selbst zeigten nämlich das, was sie im bisherigen Saisonverlauf kaum einmal offenbart hatten: Nervosität und eine sichtliche Verkrampftheit. Kurz vor einem Playoff-Final zu stehen, war und ist für fast alle Sm'Aesch Pfeffingen-Akteurinnen ja auch eine ganz neue Erfahrung.
Der erste Satz (17:25) geriet so zu einem kleineren Desaster, nachdem gleich zwei der drei ersten Aufschläge ins Aus geflattert waren. Als sich danach die Nervosität gelegt hatte, bekam die Equipe von Cheftrainer Timo Lippuner das Spiel allmählich in den Griff und führte nach drei Durchgängen mit 2:1-Sätzen. Auch im vierten Abschnitt blieb das Gastteam tonangebend und stand bei einer 18:13-Führung schon mit anderthalb Beinen im Meisterschaftsfinal. Weil Franches jetzt aber nochmals alles gab und bei Sm'Aesch Pfeffingen der zuvor stark auftrumpfenden Maja Storck plötzlich nicht mehr viel gelingen wollte, ging es doch noch ins Tie-Break. In den Kurzentscheidungen ist das Birstaler Kombinat aber bekanntlich eine Macht und entschied trotz einem 10:13-Rückstand auch das achte von neun Tie-Breaks in dieser Spielzeit für sich.