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NLA: TS Volley Düdingen-Sm'Aesch Pfeffingen 3:1 (24:26, 25:15, 25:19, 25:18)

Paul Ulli und Thomas Wirz 28.03.2016

Aktuelle Rangliste: http://www.volleyball.ch/?ranking_1282_9110

Eine Niederlage ohne Bedeutung
In einer für den Einzug in den Playoff-Final unbedeutenden Partie verliert Sm'Aesch Pfeffingen in Düdingen mit 1:3-Sätzen.
Von Paul Ulli Düdingen.
Nach der vorzeitigen Qualifikation für den Playoff-Final gegen Volero Zürich am Samstagabend konnte der Sm'Aesch Pfeffingen-Tross ohne Druck nach Düdingen reisen. Mit Passeuse Rosane Maggioni und Barbara Duarte (Rückenbeschwerden) blieben neben der weiterhin rekonvaleszenten Jana Koch gleich drei Sm'Aesch Pfeffingen-Spielerinnen zu Hause. Dazu meldete sich Thays Deprati mit hohem Fieber krankheitshalber ab und Maja Storck war zwar mit dabei, wurde aber wegen ihrer in den nächsten Tagen auf dem Programm stehenden Nationalmannschaftsqualifikationsspiele geschont.
Trotz diesem Minikader konnte das Gästeteam den ersten Satz dank einigen schönen Punkten von Laura Künzler und der Estin Anu Ennok knapp zu seinen Gunsten entscheiden. Da es aber vor allem Jekatarina Stepanova an diesem Nachmittag überhaupt nicht lief, hatten die Fribourgerinnen mit ihrer einmal mehr stark aufspielenden Topskorerin Chantale Riddle in der Folge relativ leichtes Spiel. Es war auch nicht zu übersehen, dass Capitaine Kerley Becker und die sprunggewaltige Ennok nach dem Mammutprogramm der letzten Wochen so ziemlich am Ende ihrer Kräfte waren.
Jetzt heisst es Energie tanken
"Wir werden jetzt bis Donnerstag ein paar freie Tage einstreuen, damit der Energietank wieder gefüllt werden kann. Schade eigentlich war nur, dass Kate (Stepanova, die Red.) heute überhaupt nicht auf Touren gekommen ist, sonst hätten wir auch mit unserem, absolut nicht despektierlich gemeinten, Rumpfteam sogar noch gewinnen können. Denn alle anderen, sonst weniger eingesetzten Spielerinnen, haben ihre Sache gut gemacht", sagte Sm'Aesch Pfeffingen Head-Coach Timo Lippuner nach dem Spiel.
Weiter geht es gemäss Volleyballverband und den vorläufig bestehenden Fernsehverträgen am Mittwoch, den 13. April mit der ersten Playoff-Final-Partie gegen Volero in Zürich. Da aber sowohl die Baselbieterinnen als auch die Zürcherinnen bereits vier Tage früher in diese Best-Of-Five-Serie starten wollen, ist dieser Termin noch sehr unsicher. Wahrscheinlicher ist, dass am 9.4. das erste Spiel in Zürich stattfinden wird und Sm’Aesch Pfeffingen sein erstes Heimspiel dieser Serie am Mittwoch, 13. April in der Löhrenackerhalle absolvieren wird.


Birstalerinnen schreiben Vereinsgeschichte
Sm'Aesch Pfeffingern spielt gegen Volero um den Titel
Von Thomas Wirz
Düdingen/Aesch. Die Sm'Aesch Pfeffingern-Spielerinnen lassen nach verwandeltem Matchball ihrer Freude freien Lauf, währenddem die 400 Fans in der Löhrenacker-Halle ihr Team mit einer Standing Ovation feiern. Dann nimmt Vereinspräsident Werner Schmid das Mikrofon in die Hand und bedankt sich bei seiner Equipe dafür, dass sie eben Vereinsgeschichte geschrieben hat. Mit dem diskussionslosen 3:0-Sieg (25:11, 25:21, 25:21) über Volley Köniz hat sie nämlich mehr als den einen Punkt geholt, der für den erstmaligen Einzug in den Playoff-Final noch nötig war.

Schon vor der gestrigen bedeutungslos gewordenen letzten Finalrundenpartie in Düdingen (1:3) stand damit fest, dass die Birstalerinnen ihr Saisonziel eines Top 3-Platzes erreicht und sogar übertroffen haben. Bedenkt man, dass sie mit dem Erreichen des Viertelfinals auch im Europacup für Furore sorgten, darf noch vor der vermutlich am 9. April beginnenden Best-of-Five-Serie gegen Volero Zürich von einer „Hammersaison“ gesprochen werden.

Dass der starke dritte Rang nach dem Qualifikationsprogramm in den zehn Finalrundenspielen sogar noch verbessert wurde, kam nicht eigentlich überraschend. Nachdem während der Vorrunde Leistungsträgerinnen wie Laura Künzler, Thays Deprati oder Maja Storck während längerer Zeit ausgefallen waren, standen diese zuletzt wieder zur Verfügung, so dass Headcoach Timo Lippuner die stärkstmögliche Formation aufs Feld bringen konnte. Die Stammsieben (Rosane Maggioni, Kerley Becker, B. Duarte, Ennok, Künzler, Storck und Deprati) bedankte sich für das geschenkte Vertrauen mit 18 Punkten aus den sieben wichtigen Partien, was einer ausserordentlichen Quote entspricht. Sm’Aesch kam überdies auch entgegen, dass von den Mitkonkurrenten im Kampf um Rang zwei das in der Vorrunde so überzeugende Düdingen die Playoffs mit zwei unerwarteten Niederlagen begann und so gleich vorentscheidend zurückgebunden wurde.

Das überwundene Verletzungspech und Düdingens Patzer sind aber nur die äusseren Gründe, wieso das Birstaler Kombinat die Finalrunde mit deutlichem Vorsprung auf den Dritten Franches-Montagnes abgeschlossen hat und sich nun vom letztjährigen vierten Schlussrang auf den zweiten verbessern wird.

Substanz und Leidenschaft

Der wesentlichste Faktor für die bisher erfolgreichste NLA-Spielzeit der regionalen Volleyball-Nummer eins liegt in der beachtlichen spielerischen Substanz der Sm'Aesch Pfeffingern-Ausgabe 2015/2016. Vor allem die Verpflichtungen von Anu Ennok und Barbara Duarte haben sich als Glücksgriffe erwiesen, zudem vermochten die Schweizer Stammkräfte Künzler, Storck, Deprati und Madlaina Matter gegenüber dem Vorjahr weitere Fortschritte zu machen. Nicht nur spielerisch, sondern auch mental und charakterlich passt in dieser Saison sehr viel zusammen. Wer von neun Tie-Breaks deren acht für sich entscheidet, bringt dies nur mit Kampfgeist und Herzblut zustande. Oder wie sagte es Trainer Lippuner am Gründonnerstag nach dem für Rang zwei vorentscheidenden 3:2-Auswärtserfolg bei Franches-Montagnes: "Wer in einem so wichtigen Spiel einen 10:13-Rückstand im Entscheidungssatz noch in einen 15:13-Sieg herumbiegt, der hat ganz viel Moral."

Leidenschaft und Kampfgeist wird Sm'Aesch Pfeffingern auch in den vermutlich drei Duellen um den Titel benötigen. Gegen das eben in der Champions League gescheiterte Starensemble aus Zürich wird das Baselbieter Team krasser Aussenseiter sein und rein gar nichts zu verlieren haben. "Von einem Sieg gegen Volero wollen wir nicht reden. Aber wenn alle von uns auf Topniveau agieren, könnten wir den Meister zumindest in einem Spiel vielleicht mal so richtig fordern", freute sich Capitaine Kerley Becker nach dem Köniz-Spiel schon auf ihren ersten Playoff-Final.