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Volero Zürich - Sm'Aesch Pfeffingen 3:1 (25:16; 25:18; 24:26 25:20)

Paul Ulli, Thomas Wirz, Jürg Müller 16.04.2016

 

Nationalliga A. Frauen. Playoff-Final (best of 5), 2. Runde: Volero Zürich (1. der Finalrunde) - Sm'Aesch-Pfeffingen (2.) 3:1 (25:16, 25:18, 24:26, 25:20); Stand 2:0.
http://www.volleyball.ch/?ranking_1282_9112

Enorme Steigerung und Satzgewinn bei Volero
Im zweiten Spiel der Playoff-Finalserie verliert Sm'Aesch Pfeffingen bei Volero Zürich mit 1:3-Sätzen.
Von Paul Ulli
Sm'Aesch Pfeffingen Head-Coach Timo Lippuner hatte den Fans nach der klaren 0:3-Heinniederlage für die zweite Partie eine Steigerung versprochen. Und dieses Versprechen lösten seine Spielerinnen in Zürich ein. Doch bis es in dieser zweiten Finalpartei soweit war, lagen die Baselbieterinnen mit 0:2-Sätzen in Rückstand. Doch dann folgte der dritte Satz, welcher aufzeigte, dass Sm'Aesch Pfeffingen nicht zufällig in dieser Finalissima um den Schweizer Meistertitel steht. Nach der 8:7-Führung, der erstmaligen in diesem Spiel, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Unter der Regie von Capitaine und Topskorerin Kerley Becker steigerten sich ihre Teamkolleginnen zeitweise in einen wahren Spielrausch und liessen die haushohen Favoritinnen ein ums andere Mal ziemlich schlecht aussehen.
Wieder als Team überzeugt
Die vorgenommenen Wechsel, wie Stepanova für Storck oder Matter für die unglücklich kämpfende Barbara Duarte, zeigten Wirkung. Die erst 19-jährige Madlaina Matter spielte nicht nur frech auf, sondern hatte am Ende der Partie sogar das beste Plus-Minus-Ergebnis auf ihrem Blatt stehen und die Lettin Jekatarina Stepanova zeigte nach ihrem spielerischen Tief endlich wieder ihr wahres Können und schloss die Angriffe konsequent und erfolgreich ab. Fazit dieser positiven Energien war, dass auf der Anzeigetafel ein 17:12-Vorsprung für die Gäste aus Aesch aufleuchtete. Volero-Trainer Avital Selinger hatte bei seinen Time-Outs einiges am Spiel seines Starensembles zu kritisieren. Die Folge seiner deutlichen Worte war eine Aufholjagd, vor allem dank einigen unglaublichen Punkten der Amerikanerin Foluke Akinradewa, bis zum Spielstand von 24:24. Doch dann kam der grosse Auftritt von Routinier Becker (29), welche die zwei entscheidenden Punkte zum schon fast sensationellen Satzgewinn abgebrüht im gegnerischen Feld unterbrachte. Der Jubel bei den Gästen war danach fast so gross, wie bei einem Titelgewinn.
Viel Selbstvertrauen getankt
Dank diesem ersten Satzgewinn gegen die Zürcherinnen in dieser Saison spielte Sm'Aesch Pfeffingen in der Folge eine Klasse besser und vor allem abgeklärter. Die starke Laura Künzler und eine jetzt wieder überzeugende Brasilianerin Barbara Duarte trugen mit ihren starken Angriffsaktionen einiges zum knappen Spielverlauf im vierten Satz (5:5, 8:7, 18:16) bei. Doch am Schluss liessen Natalya Mammadova, Julia Podskalnaya und Krista Vansant nichts mehr anbrennen und machten trotz der ausgezeichneten Abwehrarbeit von Sm'Aesch Pfeffingen-Libara Thays Deprati die zum 3:1-Sieg notwendigen Punkte.
Und wer weiss, wenn die Baselbieterinnen am Mittwoch in der dritten Partie (19.30, Im Birch, Oerlikon) von Beginn an so aufspielen, wie im dritten und vierten Satz, liegt ein weiterer Satzgewinn oder etwas mehr absolut im Bereich des Möglichen.

 

Mit der Weltauswahl fast auf Augenhöhe
Sm'Aesch Pfeffingen steigert sich und bringt Volero ins Schwitzen
Von Thomas Wirz Oerlikon
Captain Kerley Becker platziert mit Uebersicht den Ball dahin, wo keine Volero-Spielerin steht, worauf bei Sm'Aesch Pfeffingen Jubel ausbricht. Nein, die Birstalerinnen haben nicht eben das zweite Titelduell gegen Volero Zürich gewonnen, sondern „nur“ den ersten Satz dieser Saison gegen das nationale Ueberteam. Nach sechs 0:3-Niederlagen und einem 0:2-Satzrückstand entscheiden sie vor 360 Zuschauern in der Oerlikoner Birch-Halle Durchgang drei mit 26:24 und freuen sich riesig darüber. Es ist nota bene erst der sechste Satzverlust der Zürcher Weltauswahl in dieser Spielzeit. Auch im so nötig gewordenen vierten Abschnitt spielte Sm'Aesch Pfeffingen anschliessend nicht mehr wie der krasse Aussenseiter, sondern fast auf Augenhöhe mit dem Zürcher Weltklasseteam. Bis zum Stand von 16:18 hielt der Gast auch dank einer glänzend aufgelegten Laura Künzler – der Aargauerin glückten insgesamt 18 Punkte – ausgezeichnet mit, ehe das seit Januar 2012 auf nationalem Parkett ungeschlagene Starensemble das Tempo nochmals anzog und die entscheidenden Punkte zum 25:20 und 3:1-Erfolg (25:16, 25:18, 24:26, 25:20) machte. Schon die ersten beiden Sätze hatten allerdings gezeigt, dass der Finalrunden-Zweite in der ersten Finalissima-Partie im Löhrenacker wohl unter Wert geschlagen wurde. Nach wiederum harzigem Start steigerte er sich ab Mitte des zweiten Durchgangs markant, was gewiss nicht nur damit zu tun hatte, dass Volero-Coach Avital Selinger seine lustlos wirkende Topskorerin Olesia Rykhliuk nach dem ersten Satz auf der Bank beliess.
Starke Künzler
Die Tatsache, dass die Equipe von Headcoach Timo Lippuner im zweiten Playoff-Finalvergleich 80 Punkte erzielte und damit fast doppelt so viele wie drei Tage zuvor, war um so erstaunlicher, als gleich drei Sm'Aesch Pfeffingen-Teamstützen nicht ihren besten Tag hatten: Anu Ennok griff gut an, bekundete bei der Serviceannahme aber grössere Probleme, der zuletzt so starken Barbara Duarte unterliefen ungewohnte Servicefehler und Maja Storck wurde nach zwei, drei Eigenfehlern schon früh ausgewechselt. Für sie sprangen andere in die Bresche. Künzler war brillant und Madlaina Matter sowie Jekaterina Stepanova gelangen ebenfalls starke Auftritte.
Erste Personalentscheide
Die erfreuliche Leistungssteigerung gegenüber dem ersten Finalspiel ändert aber nichts am Fakt, dass die Meisterschaft am Mittwochabend nach dem dritten Duell der Best-of-Five-Serie höchstwahrscheinlich beendet sein wird. Spätestens nach dem Erhalten der Silbermedaillen wird die Aescher Vereinsleitung die bereits angelaufene Planung der Spielzeit 2016/2017 weiterführen müssen. Was die Zusammensetzung des nächstjährigen Teams betrifft, sind erste personelle Entscheide schon getroffen oder aufgegleist. Vermutlich vier oder fünf der aktuellen 13 Kaderspielerinnen erhalten keinen neuen Vertrag mehr oder hören auf. Sicher gilt dies für die beiden Schweizerinnen Lena Sacher (die zweite Passeuse gibt der Ausbildung den Vorrang) und Lisa Leu sowie die Brasilianerin Manoela Duarte, die über den Status einer Ergänzungsspielerin nicht hinausgekommen ist. Von den Ausländerinnen vermutlich nicht mehr dabei sein wird in der nächsten Saison auch Aussenangreiferin Jekaterina Stepanova, die ihre Karriere als Volleyballprofi beenden könnte. Fraglich ist auch der Verbleib von Rosane Maggioni als erster Zuspielerin. Die Brasilianerin hatte über die ganze bisherige Saison gesehen starke wie auch schwächere Auftritte und ist als zukünftige Spielführerin gewiss nicht unumstritten. Klares Ziel der Clubführung ist, dass auf den frei werdenden Positionen Ersatz gefunden wird, der das Baselbieter Spitzenteam sportlich weiterbringt und die jetzt eroberte Position als nationale Nummer zwei halten und vielleicht gar konsollidieren lässt.