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NLA: Sm'Aesch Pfeffingen - Viteos NUC: 3:2 (25:22, 19:25, 20:25, 25:19, 15:13)

Paul Ulli und Thomas Wirz (JM) 03.12.2016

Aktuelle Rangliste: http://www.volleyball.ch/volleyball/game-center/ 

Vom kollektiven Versagen bis zum Sieger-Gen
In einem äusserst spannenden Spiel ringt Sm'Aesch Pfeffingen das drittplatzierte Viteos Neuchâtel mit 3:2 nieder.
Von Paul Ulli Aesch.
NUC-Trainer Silvan Zindel hatte es bereits vor dem Spiel klar definiert: "Heute wollen wir Sm'Aesch Pfeffingen fordern und wenn immer möglich Punkte holen." Und genauso wie es der Trainer gefordert hatte gingen die Gäste in diese Partie der beiden Volero-Verfolger. Die Neuenburgerinnen spielten praktisch jeden Angriff über ihre Topskorerin Elizabeth Campbell und die US-Amerikanerin punktete jeweils sicher. Nach dem zwischenzeitlichen 16:16 gingen die Gäste mit drei Punkten in Führung. Dies auch deshalb, weil die Angriffe des Heimteams zu durchsichtig waren und die sonst sicheren Punktesammlerinnen Laura Künzler und Maja Storck zu viele Bälle nicht im Feld unterbringen konnten. Doch wie schon so oft in den letzten Spielen konnte das Team von Head-Coach Timo Lippuner mit einem Steigerungslauf und Punkten von Capitaine Barbara Duarte den Satzverlust noch abwenden.
Den Gegner aufgebaut
Dass eine solche Aufholjagd irgendwann nicht mehr funktioniert, mussten die Sm'Aesch Pfeffingen -Spielerinnen im zweiten Satz knallhart erfahren. Nachdem Monika Smitalova ihr erster Punkt(!) zum 2:3 gelungen war, setzten sich die Gäste sukzessive ab. Dass dabei auch die schwache Defensivarbeit der Baselbieterinnen eine grosse Rolle spielte, sah auch der Trainer so und ersetzte seine Stammlibera Thays Deprati durch die erst 17-jährige Alexandra Lorenz. Doch beim Spielstand von 11:18 war die Sache eigentlich schon gelaufen und der Satzausgleich perfekt. Es war dies nach vier zu Null-Siegen der erste Satzverlust für Sm'Aesch Pfeffingen.
Auch im dritten Durchgang, jetzt wieder mit Nationalmannschafts-Libera Deprati, war bei den ihr bislang schwächstes Saisonspiel zeigenden Gastgeberinnen keine Steigerung auszumachen und der "Chef" an der Linie war der Verzweiflung nahe. Die Annahme bei den meisten Akteurinnen war mangelhaft, die Aufschläge zu wenig zwingend und die Blockarbeit meistens so gut wie nicht vorhanden. Heisst in Zahlen ausgedrückt: 19:25 und 1:2- Satzführung für Viteos Neuchâtel.
Sm'Aesch Pfeffingen nimmt die Herausforderung an
Ziemlich angesäuert kamen die Sm'Aesch Pfeffingen-Spielerinnen für den vierten Satz aufs Feld und zeigten endlich, warum sie in den letzten Partien ihre Gegnerinnen dominiert hatten. Topskorerin Laura Künzler fand endlich die Lücken in der NUC-Defensive und auch die Estin Anu Ennok wurde in dieser wichtigen Phase zum sicheren Wert. Dank dem 25:19-Satzgewinn musste das Tie-Break entscheiden. In diesem lag Sm'Aesch Pfeffingen wegen zu vielen Eigenfehlern schnell mit 1:5 und 4:8 in Rücklage. Doch jetzt schien das in den letzten Wochen offenbar gereifte Sieger-Gen zu wirken und der Rückstand wurde in einen 12:10-Vorsprung gedreht. Und das jetzt endlich erwachte Publikum trug sein Team zum ersten Matchball, welchen Ennok mittels Block-Out verwertete.
"Wir müssen aus allen Situationen unsere Lehren ziehen. Es kann nicht immer gut gehen, wenn wir in Rückstand liegen und uns erst dann auf unsere Stärken besinnen. In den Playoffs werden nur solche Partien anstehen und plötzlich reicht es dann nicht mehr zum Sieg," sagte ein ziemlich geschaffter Lippuner nach dem nervenaufreibenden und noch gewonnenen Spiel.
Löhrenacker. – 280 Zuschauer. – SR: Grellier/Dzankovic
Sm'Aesch Pfeffingen: von Piekartz, Deprati (Libera), Ennok, Duarte, Storck, Künzler, Smitalova; Matter, Vasileva, Sulser, Wenger, Lorenz (Libera).
NUC: Halter, Reeser, Dalliard (Libera), Wigger, Bugg, Troesch, Campbell; Bulliard, Gudenkauf, Chrtianska, Petitat, Suriano.
Bemerkungen: NUC ohne Girard (verletzt).

Eine Achterbahnfahrt mit glücklichem Ende
Die Sm'Aesch Pfeffingen-Volleyballerinnen schlagen Neuchâtel 3:2 und festigen Rang zwei
Von Thomas Wirz Aesch
Nach zuletzt überzeugenden Auftritten und vier 3:0-Siegen in Folge wurden die Anhänger von Sm'Aesch-Pfeffingen im Spitzenkampf gegen Neuchâtel UC vor eine veritable Geduldsprobe gestellt. Lange sah es nämlich nicht nach dem neunten Erfolg in der zehnten Saisonpartie aus. Dabei begann das Duell zwischen dem Tabellenzweiten und Dritten vorerst so, wie es sich die 420 Fans im Löhrenacker vorgestellt hatten. Das selbstbewusst auftretende Heimteam hatte im Startabschnitt bis zum zweiten technischen Time-Out das Geschehen im Griff und lag mit 16:13 voran. Auf eine Konzentrationslücke und sechs Verlustpunkte in Folge zum 16:19 vermochte es umgehend zu reagieren und entschied den ersten Satz mit 25:22 für sich. Im zweiten Akt riss der Faden aber plötzlich und wurde dann zwei Sätze lang nicht mehr gefunden. In der Annahme unterliefen insbesondere Libera Thays Deprati ungewohnt viele Fehler und im Angriff war Zuspielerin Tess von Piekartz nicht ganz so auf der Höhe wie in den letzten Partien. Kam hinzu, dass auch die Schweizer Offensiv-Teamstützen Laura Künzler und Maja Storck in dieser Phase nur wenig effizient angriffen. So vermochten die sehr abwehrstarken Neuenburgerinnen das Spieldiktat zu übernehmen und führten nach drei Sätzen folgerichtig mit 2:1.
Künzler und Ennok
Sm'Aesch-Pfeffingen wäre aber nicht ein mittlerweilen stabiles nationales Spitzenteam, wenn es auf den Rückstand nicht reagiert hätte. Die Heimequipe besann sich ihrer grösseren individuellen Möglichkeiten und lag vor allem dank der deutlichen Steigerung der Angreiferinnen Künzler und Anu Ennok in Durchgang vier bald deutlich voran. Nach dem Satzausgleich brauchte es jedoch auch im Tie-Break starke Nerven, ehe der knappe 3:2-Heimsieg Tatsache war. Die Gäste lagen nämlich mit 4:1, 7:3 und 9:7 voran, bevor die Spielerinnen von Cheftrainer Timo Lippuner dank zwei starken Blocks, einem Servicewinner von Spielführerin von Piekartz sowie zwei Offensivpunkten von Künzler und Ennok für die Wende sorgten. Die zweieinhalbstündige Achterbahnfahrt über fünf Sätze hatte doch noch zum wichtigen Erfolg im Spitzenkampf geführt.
Lippuners Kritik
Trotz der Fortsetzung der Erfolgsserie zeigte sich der Aescher Uebungsleiter nach Spielschluss leicht ungehalten: "Wir haben heute vieles falsch gemacht und trotzdem ein starkes Neuchâtel bezwungen. Das zeigt einerseits unsere Möglichkeiten, andererseits aber auch, dass einige Spielerinnen mental nicht ganz auf Höhe der Aufgabe waren." Lippuner bemängelte insbesondere die Schwächen in der Annahme sowie das phasenweise stereotype Angriffsspiel. Letztendlich kann aber positiv vermerkt werden, dass die Vizemeisterinnen Tabellenrang zwei weiter gefestigt haben und nun bereits sieben Punkte Vorsprung auf das drittplatzierte Neuchâtel aufweisen. Und eine solch positive Konstellation nach erst zehn Meisterschaftsrunden hätte wohl auch der zuversichtlichste Sm'Aesch-Pfeffingen-Anhänger vor Saisonbeginn nicht vorauszusagen gewagt.
Bemerkungen: Ungenügende Schiedsrichterleistung.