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Sm'Aesch Pfeffingen mit viel Herz aber ohne Fortune

Paul Ulli 24.01.2018

Volleyball. Im Achtelfinal-Heimspiel des CEV-Europacups verliert Sm'Aesch Pfeffingen gegen ein starkes Stiinta Bacau unglücklich mit 2:3-Sätzen. Von Paul Ulli

Aesch. Wer in der heimischen Meisterschaft das Weltklasseteam von Volero Zürich besiegen kann, der muss sich vor zwölf routinierten Rumäninnen aus Bacau nicht verstecken. Mit diesem Motto schienen die Spielerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen in diese Partie zu gehen. Der Rahmen, mit einer gut gefüllten Löhrenackerhalle und der entsprechenden Zustimmung, lud nahezu zu Höchstleistungen ein.

Und das in den letzten Wochen gross auftrumpfende Team von Head-Coach Andreas Vollmer, der seine Volleyballerinnen ausgezeichnet auf diesen unbekannten Gegner eingestellt hatte, enttäuschte seine Anhänger nicht.

 

Ein Start nach Mass

Im Startsatz lagen die Gastgeberinnen beim ersten technischen Time-Out dank schönen Punkten von Jazmine White und Routinier Anu Ennok mit 8:4 in Front und bestimmte das Geschehen. Doch die Rumäninnen fingen sich vor allem dank einer starken Capitaine Denisa Adriana Rogojinaru und gingen ihrerseits mit 16:14 in Führung. Doch die Baselbieterinnen liessen sich nicht entmutigen und versuchten den starken Block der grossgewachsenen Gegnerinnen zu umspielen. Dies gelang in der Folge nicht immer optimal, was den Gästen einige Punkte einbrachte (21:17). Es war dann Mittelblockerin Madlaina Matter, die mit ihren mutigen Angriffen nochmals die Hoffnung aufleben liess und den Rückstand bis auf einen Punkt verkürzen konnte (23:22). Doch die Mannschaft des seit 30 Jahren Stiinta Bacau trainierenden Florin Grapa, der in Aesch auf Grund seiner Flugangst von seinem Assistenten Aurel Cazacu vertreten wurde, hatte den etwas längeren Atem und brachte den Satz trotz schlechtem Beginn noch knapp nach Hause.

Auch im zweiten Satz gelang dem Team von Head-Coach Andreas Vollmer der bessere Start. Doch diesmal zog man die Pace durch und führte beim zweiten technischen Time-Out mit 16:10. Mit einer infolge einiger zweifelhaften Schiedsrichterentscheiden ziemlich geladenen Maja Storck, sie erhielt wegen Reklamierens die gelbe Karte, machte Sm'Aesch Pfeffingen den Sack zu und holte sich den Satzausgleich mit einem klaren 25:16.

Jetzt waren die Baselbieterinnen endgültig im Spiel und es war im dritten Satz eine weiterhin über sich hinauswachsende Storck und die jetzt ebenfalls den Tritt gefunden habende US-Amerikanerin Nicole Walch, welche wieder einen Superstart erwischten und mit 8:3 in Führung lagen. Nun entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe und jeder Punkt war hart umkämpft. Doch beim Spielstand von 9:8 kam wie von Zauberhand geführt der Zwischenspurt der Aussenseiterinnen, der in einem nie mehr gefährdeten 25:15 zu Gunsten von Sm'Aesch Pfeffingen gipfelte.

Nach diesem doch eher überraschenden Satzrückstand waren die Routiniers aus Bacau gefordert und schlagen gnadenlos zurück. Vor allem in der Blockarbeit und in der Felddefensive hatte Stiinta Bacau jetzt Vorteile und lag beim zweiten technischen Time-Out dieses vierten Satzes mit 16:11 in Führung. Trotz heftiger Gegenwehr konnte Sm'Aesch diesen Rückstand nicht mehr wettmachen, sodass das Tie-Break diesen hochstenden Volleyball-Match entscheiden musste.

 

Hochspannung pur im Entscheidungssatz

Mit einem an der Seitenlinie immer lauter werdenden Bacau-Trainer wurde die Atmosphäre immer hektischer. Beim Seitenwechsel führte Sm'Aesch Pfeffingen noch mit 8:7, ehe der bessere Block auf Seiten der Gäste dieses Spiel zu Gunsten der insgesamt glücklicheren Gästen entschied. Ziemlich leer war dann auch nach der aufwühlenden Partie Madlaina Matter:«Nach der Ueberlegenheit im zweiten und dritten Satz haben wir es verpasst den Sack zuzumachen und dadurch den Gegner zurück ins Spiel gebracht. Trotzdem, oder gerade deswegen, sind wir beim Rückspiel in zwei Wochen sicher nicht chancenlos.» Wenn das keine Kampfansage der Pharmacie-Studentin ist.   

Sm'Aesch Pfeffingen – Stiinta Bacau 2 : 3 Sätze: 22:25, 25:16, 25:15, 21:25, 11:15 Löhrenackerhalle. – 550 Zuschauer. – SR Martinez (Spanien)/Yanakiev (Bulgarien)

Sm'Aesch Pfeffingen: von Piekartz, Walch, Matter, Storck, White, Ennok, Pogany (Libera); Zaugg, Werfeli, Visentin.

Stiinta Bacau: Sipos, Rogojinaru, Kapelovies, Albu (Libera), Cazacu, Filipas, Lupa, Radu, Fales, Ciucu (Libera), Dancu, Ciocia.