> Zurück

Sm'Aesch Pfeffingen am Donnerstag gegen Piräus: Das internationale Abenteuer geht weiter!

Josef Zindel 20.02.2018

Es ist für Freundinnen und Freunde des Volleyballsportes im Allgemeinen und für die Fans von Sm'Aesch Pfeffingen derzeit die wahre Freude: Die Spielerinnen aus dem Baselbiet liefern sich nicht nur ein begeisterndes Kopf-an-Kopf-Rennen in der NLA mit Serienmeister Volero Zürich, sondern sie begeistern auch international. Der Lohn für die Exploits gegen Zagreb und Bacau im CEV Challenge Cup sind die bevorstehenden Viertelfinal-Begegnungen mit dem griechischen Spitzenteam Olympiacos Piräus, die am Donnerstag, 22. Februar 2018 um 20.00 Uhr in der Löhrenacker-Halle in Aesch und fünf Tage später, am 27. Februar, in der berühmten Hafenstadt bei Athen ausgetragen werden.  

 

Im Fussball gibt es keine zwei Meinungen: Könnte ein Trainer im Europa-Cup die Reihenfolge der Spiele auswählen, würde er sich ganz sicher entscheiden, zuerst auswärts anzutreten. Andi Vollmer, dieser vor Energie und Berufsfreude strotzende Trainer der SMAP-Frauen, sieht das anders. Zweimal im bisherigen Wettbewerb um den CEV Challenge Cup musste (durfte?!) Sm'Aesch Pfeffingen zuerst zu Hause antreten, zweimal korrigierten Vollmer und seine Spielerinnen jeweils eine Heimniederlage. Gegen Mladost Zagreb hatte es am 17. Dezember 2017 eine 1:3-Niederlage gegeben. Ein paar Tage später merzte SMAP dieses Ergebnis aus und kehrte mit einem 3:0-Sieg und so mit der Achtelfinalqualifikation aus Kroatien nach Aesch zurück.  

Das wiederholte sich dann im neuen Jahr: Ende Januar gab Sm'Aesch Pfeffingen das Achtelfinal-Heimspiel mit 2:3 an den rumänischen Gegner von Stiinta Bacau ab – und gewann am 7. Februar am Fuss der Ostkarpaten dann mit 3:1. So geht’s auch, um Viertelfinalist zu werden…  

 

Oder heisst das gar, dass so etwas wie der Heimvorteil im Volleyball keine Rolle spielt? „Natürlich heisst es das nicht“, sagt Vollmer, „aber der Nutzen, den man aus den Erkenntnissen eines Hinspieles für die Revanche ziehen kann, ist oft grösser als der sogenannte Heimvorteil. Im Normalfall ist es auf internationaler Ebene zwar so, dass man den Gegner mit Videos und anderen Unterlagen kennen zu lernen versucht. Die entscheidenden Rückschlüsse zu Taktik, Qualität der Spielerinnen, allfällige Schwächen und anderen Eigenheiten einer Mannschaft erkennt man so richtig aber nur im direkten Vergleich. Diese Analysen im Rückspiel gewinnbringend umzusetzen, ist dann entscheidend.“ Exakt das gelang Vollmer, fürwahr ein Könner im „Lesen“ gegnerischer Mannschaften, zweimal hervorragend. In den beiden Auswärtsspielen in Zagreb und Bacau vermochte Sm'Aesch die Wirkungskreise der jeweiligen Topskorerinnen entscheidend zu reduzieren. In beiden Fällen sammelten die besten Spielerinnen des Gegners kaum mehr die Hälfte der Punkte, für die sie jeweils im Hinspiel verantwortlich gewesen waren.        

 

„Zudem ist es doch im Sport immer so: Man muss exakt in jenem Moment besser sein, der entscheidet. Das ist im Europacup immer die zweite Partie. Oder nehmen wir ein Turnier als anderes Beispiel: Was nützt es da, wenn du in der Vorrunde souverän Platz 1 belegst, dann, wenn es aber um die Wurst geht, nicht auf den Punkt genau parat bist…?!“ Selbst die kurze Zeit, die man bei internationalen Auswärtsspielen gemeinsam im Hotel verbringen könne, sieht Vollmer als wichtigen Bestandteil: „Du bist die ganze Zeit zusammen, nichts lenkt die Spielerinnen ab, keine Gedanken an Schule, Beruf, Alltag. Man steht gemeinsam auf, frühstückt zusammen, geht ins Training, macht Video-Besprechungen, kann sich eine paar Stunden Ruhe gönnen, kurzum, man ist anders als im Alltag ganz auf dieses eine Spiel fokussiert, und das in einer ganz speziellen zielorientierten Atmosphäre. Auf diese Weise bringt man sich in die richtige Stimmung und Spannung für den Match.“    

 

Olympiacos noch stärker als Zagreb und Bacau

Selbstverständlich will Vollmer mit diesen Aussagen nicht eine Niederlage für das Heimspiel diesen Donnerstag heraufbeschwören. Auch er fährt lieber mit einem Vorsprung ans Rückspiel als mit einem Handicap. Doch klar bleibt für ihn, dass selbst nach einer Heimniederlage noch gar nichts verloren sein muss. Exakt diese Erfahrungen hat in den Achtelfinals notabene auch Olympiacos Piräus gemacht. Die Griechinnen hatten wie Sm'Aesch Pfeffingen das Achtelfinal-Heimspiel gegen einen Rivalen aus Rumänien, gegen C.S.M. Targoviste, 2:3 verloren. Und wie es SMAP dann in Bacau gelungen war, korrigierte auch Piräus die eigene Heimniederlage im Rückspiel mit einem 3:1-Sieg.

Olympiacos Piräus ist gewiss der berühmteste Sportverein in Griechenland. Am bekanntesten ist dabei die Fussballsektion des „PAE Olympiakos Syndesmos Filathlon Peiraios“, die mit 44 Titeln griechischer Rekordmeister ist. Gegründet wurde der Sportverein aus der drittgrössten Hafenstadt der Welt im Jahr 1925 als reiner Fussballclub, doch bald wurden andere Sportarten integriert. Heute ist Olympiacos Piräus in den Disziplinen Fussball, Basketball, Leichtathletik, Wasserball, Schwimmsport, Wasserspringen, Segeln, Tischtennis, Ringen, Boxen, Fechten, Geräteturnen und eben Volleyball aktiv. Bei den Volleyball-Männern ist der Verein mit 27 Titeln Rekordmeister im Land. Die Frauen, die nun am Donnerstag ein Gastspiel in der Löhrenackerhalle geben, gewannen die griechischen Meisterschaften seit 2013 fünf Mal in Folge, standen 2017 zudem im Final des CEV Challenge Cup, den sie gegen das türkische Team aus Bursa verloren. Und in der aktuellen Meisterschaft der Frauen führt Olympiacos die Tabelle mit der sagenhaften Bilanz von 45:0 Sätzen an. Will heissen: Sämtliche bisherigen 15 Meisterschaftsspiele hat Piräus mit 3:0 gewonnen.

Vollmer weiss also, wer Favorit ist, aber er wird SMAP keineswegs ahnungslos in das Viertelfinal-Hinspiel führen. „Olympiacos hat drei ausländische Starspielerinnen, die zusammen die meisten Punkte machen. Wenn wir mindestens zwei dieser drei Profis einigermassen aus dem Spiel nehmen können, dann sind wir nicht chancenlos“.     

Da ist zum einen die Rede von der 28jährige Aussenangreiferin Stefanie Hiemer von der University of Cincinnati, die seit 2011 mit verschiedenen Stationen in Puerto Rico, Aserbeidschan, auf den Philippinen sowie einem einjährigen Engagement vor den Toren Basels beim ASPTT Mulhouse so richtig auf Weltreise ist und nun seit 2017 in Piräus spielt. Bei den anderen zwei Teamstützen handelt es sich um die zwei deutschen Nationalspielerinnen Jana Franziska Poll und Saskia Hippe, die beide seit 2016 in Griechenland spielen – und die Andi Vollmer mit Sicherheit nichts vormachen können. Denn Vollmer ist neben seinem Engagement bei Sm'Aesch Pfeffingen ja auch noch Assistenztrainer der deutschen Volleyballnationalmannschaft der Frauen…

Es ist damit angerichtet für ein weiteres Volleyballfest. Trainer, Spielerinnen und die Vereinsführung freuen sich jedenfalls auf eine erneut (stimmungs)volle Halle im Löhrenacker und – wer weiss – auf eine weitere „Magical night for Switzerland“, wie es nach den Achtelfinals auf der Webseite des europäischen Volleyballverbandes (CEV) geheissen hatte. Denn nicht nur SMAP hatte sich an jenem 7. Februar in die Viertelfinals vorgearbeitet, sondern auch Liga-Konkurrent Viteos Neuchâtel Université, der im Golden Set des Achtelfinal-Rückspiels den spanischen Vertreter Las Palmas aus dem Wettbewerb geworfen hat und jetzt gegen Nantes VB spielen wird. Zwei Schweizer Volleyball-Clubs in den Viertelfinals eines Europacups – das lässt sich wahrlich sehen.  Josef Zindel    

Die nächsten Spiele der NLA-Frauen von Sm’Aesch Pfeffingen:  

Donnerstag, 22. Februar 2018, 20.00 h, Löhrenacker Aesch
CEV Challenge Cup, Viertelfinal Hinspiel: Sm'Aesch Pfeffingen-Olympiacos SFP Piräus  

Samstag, 24.  Februar 2018, 17.00 h, FZ Resch, Schaan (Liechtenstein)
Meisterschaft NLA, 24. Runde: KULAchange VBC Galina Schaan-Sm'Aesch Pfeffingen  

Mittwoch, 27. Februar 2018, 19.00 h, Melina Merkouri Hall, Rentis-Piräus
CEV Challenge Cup, Viertelfinal Rückspiel: Olympiacos SFP Piräus- Sm'Aesch Pfeffingen  

Sonntag, 4. März 2018, 17.00 h, Löhrenacker Aesch
Meisterschaft NLA, 25. Runde: Sm'Aesch Pfeffingen-Edeline Köniz 

Freitag, 9. März, 19.30 h, Löhrenacker Aesch
Meisterschaft NLA, 26. Runde: Sm'Aesch Pfeffingen-Viteos NUC Neuchâtel  

Sonntag, 11. März, 16.30 h, Leimenacker Düdingen
Meisterschaft NLA, 26. Runde: TS Volley Düdingen-Sm'Aesch Pfeffingen

 

Kontakt: Josef Zindel
Kommunikation Sm'Aesch Pfeffingen                                        
E-Mail: josef.zindel@smaeschpfeffingen.ch
Mobil: 079 343 56 80