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Volero kann die Final-Serie ausgleichen

Paul Ulli 18.04.2018

In der zweiten Partie dieses Playoff-Finals zwischen Volero Zürich und Sm'Aesch Pfeffingen behielt der Favorit die Nerven und gewinnt mit 3:1-Sätzen. Von Paul Ulli Zürich.

Eines war nach dem ersten Spiel in Aesch klar. Der Serienmeister musste eine Reaktion zeigen. Volero-Präsident Stav Jacobi war schon am Samstagabend in der Mitte des vierten Satzes im Stile von Sion-Präsident Christian Constantin in Richtung Trainerbank getigert und hatte hinter Head-Coach Avital Selinger schon mal Position bezogen. Gebracht hat es nichts, aber es ist anzunehmen, dass in den letzten Tagen einige Gespräche zwischen Jacobi und den Spielerinnen stattgefunden haben. Und wie schon am Samstag war der Start der Gäste nicht gerade optimal, denn Volero lag schnell mit 4:1 in Führung. Doch die Anfangsnervosität beim Team von Head-Coach Andreas Vollmer legte sich bis zum ersten technischen Time-Out (8:7). Doch die Zürcherinnen setzten ihren Gegner in der Folge immer mehr unter Druck. Mit guter Blockarbeit und einer starken Laura Unternährer baute das Heimteam die Führung  bis auf vier Punkte aus. Aber die Baselbieterinnen liessen sich nicht beirren und hielten das Spielgeschehen resultatmässig weitgehend ausgeglichen (13:13).

 

Volero spielt jetzt wie zu Champions League-Zeiten

Auch im zweiten Satz legte der grosse Favorit vor. In dieser Phase war es in erster Linie die 190 cm grosse die Serbin Ana Bjelica, welche die Punkte bis zur 10:5 und 16:11-Führung machen konnte. Jetzt war das Heimteam auf bestem Weg satzmässig ausgleichen zu können. Da bei den Birstalerinnen die Annahme nicht immer optimal gelang, brachte Volero diesen Durchgang relativ sicher nach Hause. Diesen Schwung nahm der 12-fache Schweizer Meister gleich mit in den dritten Satz. Unter der magistralen Leitung von Passeuse Ana Antonijevic und ihrer Landsfrau und Libera Silvija Popovic lag man schnell wieder mit 10:4 und 14:8 in Front. Doch bei Sm'Aesch blieb der Wille zum Sieg ungebrochen und mit einer jetzt erstarkten Nicole Walch und der frech angreifenden Topskorerin Maja Storck konnte der Underdog sogar ausgleichen (15:15). Dieses gute Volleyballspiel der beiden besten Schweizer Mannschaften ging jetzt in die entscheidende Phase. Bei den Zürcherinnen kam jetzt die Russin Angelina Lazarenko für die Ex-Sm'Aesch-Angreiferin Mira Todorova in die Partie. Und dieser Schachzug zeigte Wirkung. Zwar war weiterhin jeder Punkt in diesem Satz hart umkämpft, doch die sogenannten Big Points machte jetzt Volero und bei einigen Bällen (Netzroller) lächelte auch noch Glücksgöttin Fortuna den Gastgeberinnen zu.

 

Sm'Aesch lässt sich nicht unterkriegen

Zu Beginn von Satz Nummer 4 lagen die Gäste beim ersten technischen Time-Out mit 8:6 voraus. Auch nach dieser Führung machten Jazmine White und Routinier Anu Ennok weiter Druck und erhöhten das Skore zwischenzeitlich auf bis zu fünf Punkte (14:9) und beim zweiten technischen Time-Out schien der Weg für Sm'Aesch Pfeffingen ins Tie-Break geebnet. Doch jetzt brachte Trainer Selinger, übrigens auf Anweisung des in der Halle omnipräsenten Jacobi, gleich all seine Angriffswaffen ins Spiel und mit dem zweiten Matchball war dieses spannende Spiel zu Gunsten von Volero entschieden und die Playoff-Serie ausgeglichen.

Bereits am Freitag kommt es an gleicher Stätte zum dritten Spiel (19.30). Für Gesprächsstoff sorgte aber nach dem Spiel nicht das Resultat, sondern, dass bei Volero entgegen dem Reglement keine Schweizerin mehr auf dem Platz stand. Doch dies kann der millionenschwere Club offensichtlich mit einer Busse von 10.000.—Franken an den Verband ausgleichen. Ob dies Sinn macht, steht allerdings auf einem anderen Blatt.    

Volero Zürich – Sm'Aesch Pfeffingen 3 :1 Sätze: 22:25, 25:18, 25:21, 26:24 Im Birch. – 300 Zuschauer. – SR Kälin/Grieder

Volero: Antonijevic, Schottroff, Lasic, Unternährer, Popovic (Libera), Schottroff, Bjelica; Todorova, Dimitrova, Carillo de la Paz, Kornienko, Lazarenko.

Sm'Aesch Pfeffingen: von Piekartz, Walch, Matter, Storck, Ennok, White, Pogany (Libera); Zaugg, Werfeli, Visentin. Bemerkungen: Volero ohne Lengweiler (verletzt).