> Zurück

Sm'Aesch Pfeffingen vor Umbruch: Werner Schmid tritt Ende dieser Saison zurück

Josef Zindel 16.01.2019

Bei Sm'Aesch Pfeffingen, dem derzeit führenden Verein im Schweizer Frauen-Volleyball, wird es nach Ende der aktuellen Saison 2018/19 zu einem Umbruch kommen. Werner Schmid, Garagist aus Reinach, prägte den Verein als Gründer, Trainer, Präsident und Geldgeber seit den Anfangszeiten mit riesigem Engagement. Jetzt, bald 70jährig und seit weit über 30 Jahren im Volleyball engagiert, hat Schmid seinen Rücktritt auf Ende der laufenden Saison angekündigt und auch gleich die Suche nach einer tragfähigen Nachfolgelösung eingeleitet. Von Josef Zindel

 

Foto: Werner Schmid mit der aktuellen Mannschaft (Foto: Christoph Jermann)

 

Mögen es auch mehrere Argumente sein, die Werner Schmid veranlassen, die Geschicke von Sm'Aesch Pfeffingen im kommenden Sommer in andere Hände zu legen, so lässt sich sein Rücktrittsentscheid in der Summe auf einen einzigen Hauptgrund reduzieren, der angesichts der bewegten Geschichte seines Lebenswerkes so banal wie einleuchtend klingt: Alles hat ein Ende, irgendwann ist die Zeit des Loslassens, der persönlichen Neuorientierung gekommen.  

Bei Werner Schmid ist das nun mit knapp 70 Jahren und weit über 30jährigem Engagement der Fall. Dabei ist naturgemäss auch er interessiert, eine tragfähige Lösung für die Zukunft dieses Vereins zu finden, der in erster Linie dank Schmids emotionalen und finanziellen Einsatzes längst zu einer festen Grösse in der Sportszene der Region Basel und innerhalb des Volleyballs in der gesamten Schweiz geworden ist.  

Mit der in diesen Tagen intern erfolgten Information von Werner Schmid, sich zurückzuziehen, begann auch sofort die Eruierung von möglichen Zukunftslösungen. Schmid selber möchte zwar kein Teil dieser Zukunft mehr sein, ist aber zur Mithilfe beim Suchen einer Lösung bereit. Sm'Aesch Pfeffingen wird den künftigen Weg des Vereins der Öffentlichkeit aufzeigen, sobald eine neue Führung und eine neue Trägerschaft gefunden sind. Die zuständigen Persönlichkeiten rechnen mit dem Verständnis aller Interessierten, dass bis dahin keine Wasserstandsmeldungen abgegeben werden.    

Schmids Werk

Der heutige Volleyballclub Sm'Aesch Pfeffingen ist nicht allein, aber zu entscheidenden Teilen das Werk von Werner Schmid. Seine Volleyballkarriere begann 1985 als Gründungsmitglied des damaligen Volleyballclubs Pfeffingen in der 5. Liga. Wiewohl bis dahin Handballer, machte Schmid nun in Magglingen alle Kurse zum Volleyballtrainer und brachte als Coach die Pfeffinger Volleyballerinnen bis in die 1. Liga.  

Mit dem ständigen Aufstieg Richtung Spitzensport wurde Schmids Arbeit allerdings nicht einfacher. Es gab vor allem Probleme mit der Halle in Pfeffingen, die nicht den Normen der Liga entsprach. Eine geeignetere Spielstätte stand ein paar Kilometer abwärts im Löhrenacker in Aesch, weshalb im Jahr 2000 die Fusion der zwei benachbarten Volleyballclubs aus Pfeffingen und Aesch entstand. Selbst der Namen des neuen Fusionsvereins war quasi „home made“, war es doch Schmids Schwägerin Marianne Hollinger, ihrerseits seit Jahren Gemeindepräsidentin von Aesch, die das Wortspiel „Sm'Aesch Pfeffingen“ erfand.  

Auch nach der Fusion ging es für den Verein sportlich in schnellem Tempo weiter. 2003 gelang der Aufstieg von der 1. Liga in die Nationalliga B, und schon im Jahr darauf glückte mit der Promotion in die Nationalliga A der Sprung in die Elite, immer mit Werner Schmid am Steuer. Seither stand Sm'Aesch Pfeffingen dreimal im Cupfinal, wurde in den vergangenen drei Saisons Schweizer Vize-Meister im Frauenvolleyball und begeisterte auch bei etlichen Europacupauftritten.              

Jetzt sind die Chancen, Ende April 2019 gar den ersten nationalen Titel zu gewinnen, intakt. Es wäre das zum Ende seiner Karriere vor allem für Schmid ein ganz besonderer Moment. Das gilt allerdings auch für die aktuell rund 240 Mitglieder, von denen die meisten in einem der 15 Teams aktiv spielen. Ein wichtiges Fundament zur Zukunft hatte Werner Schmid zudem im Jahr 2011 mit der Gründung der vereins-internen Nachwuchs-Akademie gelegt. Zu den Früchten dieser Arbeit zählt gewiss der Schweizer Meistertitel der U23 im Jahr 2017 und die Integration mehrerer eigenen Nachwuchsspielerinnen in die erste Mannschaft.