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Die Wende im Osten fand diesmal nicht statt

Paul Ulli 25.01.2019

Sm'Aesch Pfeffingen verliert in Ungarn das Rückspiel im Achtelfinal des CEV-Europa-Cup mit 1:3 und scheidet damit aus. Von Paul Ulli

Becescsaba. Dass die Volleyballerinnen von Sm'Aesch Pfeffingen nicht ganz ohne Hoffnung zum Rückspiel des Achtelfinals nach Ungarn gereist waren, beweist die Aussage von Head-Coach Andreas Vollmer kurz nach dem im Tie-Break verlorenen Heimspiel: «Eigentlich hätten wir dieses Spiel trotz schwachem Startsatz mit 3:1 gewinnen müssen. Es fehlte schlicht an der nötigen Routine bei unserer sehr jungen und international unerfahrenen Mannschaft.»

Und das Team zeigte sich nach der Rückkehr von Topskorerin Dora Grozer, sie lag einige Tage mit einer Grippe im Bett, und der für die immer noch nicht einsatzfähige Zuspielerin Taylor Tashima kurzfristig verpflichtete Tess von Piekartz, absolut bereit. Capitaine Madlaina Matter und ihre Teamkolleginnen liessen sich von der lautstarken Kulisse in der Varosi-Halle nicht beeindrucken und hielten gegen die in der Champions-League-Qualifikation ausgeschiedenen Ungarinnen bis zum Spielstand von 11:10 ausgezeichnet mit. Zwar war in einigen Spielzügen nicht zu übersehen, dass die neue/alte Passeuse Tess von Piekartz das eine oder andere Mal noch nicht den Wünschen ihrer Angreiferinnen entsprechen konnte. Doch in der vorentscheidenden Spielphase dieses ersten Satzes patzten die Baselbieterinnen einmal mehr in der Annahme und die Blockarbeit liess oft zu wünschen übrig.

Ganz im Gegensatz zum Heimteam, bei welchem die beiden Montenegrinerinnen Ksenija Ivanovic und Nikoleta Perovic jetzt praktisch jeden Angriff erfolgreich abschliessen konnten. Auch die einst bei Sm'Aesch Pfeffingen engagierte Lucija Mlinar (Kroatien) und die Serbin Sofija Medic überwanden jetzt die Abwehr der Gäste immer wieder locker.So wuchs der Vorsprung der Gastgeberinnen kontinuierlich an (19:13) und der erste Satz ging in der Folge klar an den Favoriten.

 

Block und Annahme stark verbessert

Beim Start in den zweiten Satz sahen die beim Spielstand von 5:12 für Sm'Aesch Pfeffingen schon etwas ruhiger werdenden Zuschauer ein stark verbessertes Gästeteam. Vor allem am Block glänzten jetzt Gabi Schottroff und Matter und die Angriffe über Grozer und die Brasilianerin Jessica Ventura waren jetzt praktisch immer erfolgreich. Aber das Wichtigste in dieser Phase war, dass die Angriffsauslösung viel variantenreicher und deshalb für die Verteidigung von Bekescsaba weniger zu «lesen» war. Gegen Ende des stark gespielten Durchgangs wusste dann auch noch die österreichische Neuverpflichtung Monika Chrtianska mit einigen guten Services zu glänzen, sodass auf der Anzeigetafel nach dem Aufschlagfehler der Ungarinnen völlig überraschend ein 15:25 und der Satzausgleich zum 1:1 aufleuchtete.

Dieses Resultat schürte natürlich die Begehrlichkeiten bei der Mannschaft um Head-Coach Andreas Vollmer auf ein positives Resultat von Neuem. Doch dieser Zwischenerfolg schien die Spielerinnen eher zu lähmen statt zu beflügeln. Anders war der Zwischenstand von 10:2 zu Gunsten des Heimteams nicht zu erklären. Zu zögerlich und ohne Druck agierte Sm'Aesch Pfeffingen, jetzt mit Annalea Maeder am Pass, und wurde danach trotz zwischenzeitlicher Steigerung richtiggehend vom Feld gefegt (25:17). Bei diesem Satz-Spielstand war klar, dass Sm'Aesch Pfeffingen jetzt nur noch mit einem 3:2-Sieg nach Tie-Break und dem Gewinn des Golden Set in die nächste Runde vorstossen würde. Doch diese Rechenspielereien erübrigten sich dann relativ schnell, weil die Bekescsaba-Topskorerinnen, jetzt noch unterstützt von einer dritten Spielerin aus Montenegro, Tatjana Bokan, der Sm'Aesch-Defensive das Leben sehr schwer machten. Zwar flackerte beim Spielstand von 12:12 nochmals ein kleiner Funken Hoffnung auf, doch wieder waren es die fünf Ausländerinnen beim Heimteam, welche wieder den Unterschied machten und ihre Mannschaft in die nächste Runde hämmerten.

«Wir haben gemacht was wir konnten, doch die montenegrinischen Diagonalspielerinnen waren in der Summe einfach zu stark. Trotzdem haben wir wieder viel lernen können, was wir in der heimischen Meisterschaft positiv umsetzen können» sagte eine natürlich enttäuschte Annalea Maeder.       

Bekescsaba – Sm'Aesch Pfeffingen 3 :1 Sätze: 25:18, 15:25, 25:17, 25:17 Varosi Sportscsavuok – 1100 Zuschauer. – SR Prozorov (Moldawien)/Ristovski (Mazedonien) Bekescsaba: Ivanovic, Perovic, Medic, Talas, Mlinar, Bodnar, Molcsanyi (Libera); Szpin, Fabian, Glemboczki, Szedmak, Sebestyen (Libera), Bokan, Bodovics.

Sm'Aesch Pfeffingen: von Piekartz, Schottroff, Tupac (Libera),Chrtianska, Matter, Grozer, Ventura; Zaugg, Saladin, Werfeli, Maeder. Bemerkungen: Sm'Aesch Pfeffingen ohne Tashima, Schwörer und Fabien (alle verletzt).