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Die Euphorie gebremst

Thomas Wirz 14.04.2019

Sm'Aesch unterliegt in Neuenburg 1:3, womit es im Playoff-Final 1:1 steht. Thomas Wirz

Nach dem hervorragenden ersten Playoff-Finalauftritt am Donnerstag sprach man im Lager von Sm'Aesch-Pfeffingen zuversichtlich vom möglichen Auswärtsbreak in Partie zwei am Neuenburgersee. Es sollte indes ganz anders kommen.

Die Birstalerinnen erreichten längst nicht mehr das im Löhrenacker gezeigte Rendement, Gastgeber Neuchâtel UC dagegen steigerte sich klar und war in drei der vier Sätze das dominante Team. Der 3:1-Heimsieg (25:16, 23:25, 25:22, 25:20) für den Cupsieger war so gesehen das logische Resultat.

Phasenweise reduzierte sich die zweite Finalissima-Partie vor mehr als 1400 zum Schluss euphorisierten Neuenburger Fans zu einem Duell Kyra Holt gegen Sm'Aesch. Die ungemein sprungstarke US-amerikanische Aussenangreiferin setzte schon in den ersten Spielminuten ein Ausrufezeichen, als sie gleich vier Punkte zum 6:0-Startfurioso des NUC beisteuerte. Deren zehn waren es schon nach dem kurzen ersten Abschnitt, den die Equipe von Trainerin Lauren Bertolacci mit 25:16 sehr deutlich für sich entschied.

Und fast jedes Mal, wenn die Baselbieterinnen nach dem desolaten ersten Durchgang in der Folge besser ins Spiel fanden, folgte auf der Gegenseite die gleiche Antwort: Pass von NUC-Zuspielerin Sarah Troesch auf Holt oder ihre fast ebenso starke Teamkollegin Tia Scambray, Punkt für die Gastgeberinnen. Zum Schluss waren es total 28 Punkte für Holt und 19 für Scambray, womit die beiden US-Offensivkräfte rund die Hälfte der Neuenburger Punkte erzielten. 

Zu wenig Angriffspower

Die Frage nach der Aescher Antwort auf so viel Angriffspower ist zwar berechtigt, erübrigt sich aber nach einem Blick auf die Statistik: Sm'Aesch-Topskorerin Dora Grozer gelangen 18 Punkte – die Deutsche verzeichnete indes für ein Mal auch ungewohnt viele Fehlversuche -, Jessica Ventura und Gabi Schottroff blieben dahinter mit je neun erfolgreichen Abschlüssen im einstelligen Bereich. «Unsere Offensive war heute ganz einfach ungenügend. Nur zwei Tage nach dem starken Auftritt im Heimspiel ist mir das ein Rätsel», fragte sich der sonst stets positive Cheftrainer Andreas Vollmer nach der dritten Saisonniederlage gegen NUC sichtlich verärgert.

Trotz der Ladehemmung der Baselbieter Angreiferinnen hätte Spiel zwei in der Best-of-Five-Serie aber auch anders ausgehen können. Weil die Neuenburgerinnen kein Ueberteam sind und zu einem wesentlichen Teil vom US-Trio Holt, Scambray, Martenne Bettendorf sowie Libera Tabea Dalliard abhängig sind, besass der Gast nach knapp gewonnenem zweiten Satz die Chance, die Partie zu drehen. Er führte in Durchgang drei mit 6:2 und hätte da wegziehen können. Das verpasste Momentum ärgerte Passeuse Tess von Piekartz nach Spielschluss aber weniger als die Selbstkritik, dass es gegen einen starken Rivalen im Vergleich zu Finalspiel eins «halt überall ein wenig gefehlt habe».

Neuchâtel UC – Sm'Aesch-Pfeffingen 3:1 (25:16, 23:25, 25:22, 25:20) Halle Riveraine. – 1400 Zuschauer. – SR: Wiederkehr/Wolf. Neuchâtel: Troesch, Pierret, Halter, Girard, Staffelbach, Holt, Scambray, Bettendorf, Lengweiler, Dalliard. Aesch: Von Piekartz (2), Maeder, Matter (3), Schottroff (9), Werfeli, Grozer (18), Ventura (9), Chrtianska (4), Zaugg (5), Tupac, Saladin. Bemerkungen: Sm'Aesch ab Ende 2. Satz mit Zaugg für Chrtianska.