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Und wieder «nur» Silber für Sm'esch

Thomas Wirz 25.04.2019

Neuchâtel gewinnt Finalspiel vier und ist Meister. Die Birstaler Volleyballerinnen sind zum vierten Mal in Folge nur die Liga-Zweitbesten. Thomas Wirz

Der Traum vom ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte ist ausgeträumt. Die Volleyballerinnen von Sm'Aesch-Pfeffingen verlieren das vierte Playoff-Finalspiel bei Neuchâtel UC mit 0:3 (21:25, 13:25, 11:25) und holen wie in den drei letzten Spielzeiten Silber. Während die Westschweizerinnen zusammen mit ihren 1620 Fans in der Riveraine-Halle ausgelassen den Titel und eine fantastische Saison feiern, sitzen die Baselbieterinnen konsterniert am Spielfeldrand. Sie haben in diesem Moment wenig Lust über eine Finalissima zu reden, die mit dem 3:1-Heimsieg so gut begann und ihnen dann doch wieder entglitten ist.

«Wieder» deshalb, weil es letztendlich auch ein Déjà-Vu des letztjährigen Playoff-Finals gegen Volero Zürich war. Wie vor Jahresfrist ging das Birstaler Kombinat mit dem ersten Heimspiel der Best-of-Five-Serie gleich in Führung und hatte wie letzte Spielzeit in Partie zwei reelle Chancen, zum 2:0 wegzuziehen. Die Gelegenheit wurde verpasst, weil der Vorrundenvierte seine Gelegenheiten in den Spielen zwei und drei weit effizienter nutzte als das als leichter Favorit in den Final gegangene Sm'Aesch. Im gestrigen vierten Duell fehlten dem Qualifikationszweiten dann sichtlich Glauben und Kraft, um einem fraglosen starken Rivalen energisch zu widerstehen.

Erster Satz schon entscheidend

Zumindest der Startabschnitt verlief dabei über weite Strecken ausgeglichen. Nach dem fast schon obligaten Fehlstart (4:10) fanden die Aescherinnen rasch ins Spiel, führten mit 15:14 und hielten bis zum Stand von 18:18 absolut mit. Als hätten sie aber plötzlich Angst vor dem eigenen Mut riss der gefundene Faden abrupt. NUC machte auch wegen zwei Eigenfehlern des Gegners fünf Punkte in Serie, womit der psychologisch so wichtige Durchgang eins so gut wie entschieden war. Aus Sicht der Baselbieterinnen wurde es im zweiten Satz leider nicht besser. Im Gegenteil ging nun phasenweise so gut wie nichts mehr. Aus einem 7:10 wurde so ein 8:22, die Equipe von Cheftrainer Andreas Vollmer wurde vom jetzt völlig befreit aufspielenden Titelrivalen während Minuten vorgeführt.

Und zum Unvermögen gesellte sich auch noch Pech. Beim Stand von 11:23 verletzte sich die für Tess von Piekartz gekommene zweite Sm'Aesch-Passeuse Annalea Maeder am Fuss und musste wieder der Holländerin Platz machen. Mit 25:13 entschied das Heimteam, das im Gegensatz zum Zweiten der drei letzten Meisterschaften keinen schwachen Punkt aufwies und wieder auf die Dienste des so starken US-Trios Kyra Holt, Tia Scambray und Martenne Bettendorf zählen konnte, den zweiten Akt überaus deutlich für sich.

Leerer Tank

Bei Sm'Aesch schienen schon zu diesem Zeitpunkt insbesondere die mentalen Energiereserven so gut wie aufgebraucht zu sein. Bezeichnend dafür war die seltsam matte Darbietung der in dieser Saison bislang stärksten Akteurin: Dora Grozer blieb wie schon am Ostermontag sowohl im Angriff wie auch beim Aufschlag weit unter ihren beträchtlichen Möglichkeiten. Es kam so, wie es kommen musste. Die Neuenburger Spielverderberinnen – sie holten sich zum Erstaunen vieler das Triple mit drei Finalsiegen über die Birstalerinnen – steuerten auch im dritten Satz schnurstracks ihrem ersten Meisterschaftstitel entgegen. Sie verwandelten einen vorübergehenden 9:10-Rückstand in ein diskussionsloses 25:11, womit die Siegerparty am Neuenburgersee beginnen konnte. Auch wenn die Höhe des Resultates zum Schluss für den Gast keine Rolle mehr spielte, hätte man sich von ihm im vierten Finalduell gewiss mehr Widerstand gewünscht.    

Zu Ende ging gestern nicht nur die Spielzeit 2018/2019, sondern gleichzeitig auch die Aera von Vereinspräsident Werner Schmid. Der langjährige starke Mann des Landclubs gab vor Kurzem seinen Rücktritt per Ende Saison bekannt. Vier Mal Silber in Folge ist auch für ihn ein starker Leistungsausweis, wenngleich ein grosser Titel als Abschiedsgeschenk nun nicht Tatsache geworden ist.  

Neuchâtel UC – Sm'Aesch-Pfeffingen 3:0 (25:21, 25:13, 25:11) La Riveraine. – 1620 Zuschauer. – SR: Wolf/Kälin. NUC: Troesch, Pierret, Girard, Halter, Staffelbach, Holt, Scambray, Lengweiler, Bettendorf, Dalliard.

Aesch: Von Piekartz (2 Punkte), Maeder, Matter (2), Schottroff (4), Werfeli, Grozer (10), Chrtianska (2), Zaugg (3), Ventura (11), Tupac, Saladin. Bemerkungen: Sm'Aesch ohne Tashima, Schwörer und Fabien (alle verletzt).